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Gesprächszeit mit Hendrik Plaß

Neue Alben Sanftes von Erin Rae und Gitarren-Raritäten von Evgeni Finkelstein

Autoren

Erin Rae macht frische Musik mit Blick in die Vergangenheit, während Amos Lee seine melancholische Seite zugunsten von optimistischerem Pop abstreift und Evgeni Finkelstein uns in unbekannte Welten russischer Gitarrenmusik entführt. Vorgestellt von Simon Brauer, Harald Mönkedieck und Wolfgang Stapelfeldt.

1 Amos Lee: positive Klänge gegen innere Dämonen

Der Musiker Amos Lee 2018 mit Sonnenbrille auf der Bühne in Williamsburg, USA
Die Songs auf "Dreamland", dem neuen Album von Amos Lee, zeigen den Musiker von seiner extrovertierten Seite. Bild: DPA | ZUMAPRESS.com | Jeff Moore

Amos Lee hatte eigentlich nie vor, Profimusiker zu werden, er war glücklich mit seiner Arbeit als Grundschullehrer. Doch durch zahlreiche Auftritte an Abenden in Bars wuchs bei ihm die Überzeugung, es doch mit der Musik zu versuchen. Eine Erfolgsgeschichte, denn Amos Lee‘s erste Alben wurden beim legendären Jazzlabel Blue Note veröffentlicht und er ging auf Tournee mit Norah Jones und Bob Dylan. Ein Riesenschritt für den Mann mit der sanften Stimme, der nun sein achtes Album namens "Dreamland" veröffentlicht hat.

Wie klingt’s?

Lee ist bekannt für seine melancholischen und teilweise regelrecht zurückhaltend-schüchternen Songs. Davon ist auf "Dreamland" nur noch wenig zu hören, denn Amos Lee öffnet sich mit seinen neuen Stücken und hat sich deutlich hörbar an moderner Popmusik orientiert. Angstzustände, Einsamkeit und Depressionen seien schon immer ein bestimmender Teil seines Lebens gewesen, erklärt Lee, und mit diesem neuen Werk wollte er seinen inneren Dämonen mit positiven Klängen entgegentreten. Die neuen Songs klingen streckenweise regelrecht euphorisch und Lee scheint hier seine extrovertierte Seite gefunden zu haben.

Warum hören?

"Dreamland" ist ein Album, das Kraft und Mut machen soll, sich mit den dunklen Seiten der eigenen Psyche auseinanderzusetzen. Die neuen Songs tragen Titel wie "Mach Dir keine Sorgen", "Sieh das Licht" oder "Es ist wahr". Amos Lee hat Songs mit Bombast geschaffen, die ihm für seine eigene mentale Gesundheit sicherlich helfen. Das Schmerzhafte und dadurch auch Tröstliche seiner früheren Songs zwischen sanftem Soul, Folk und Jazz kommt dadurch deutlich zu kurz; das neue Album präsentiert also einen neuen und veränderten Amos Lee.  

Albumcover "Dreamland" von Amos Lee

Amos Lee: "Dreamland"

Amos Lee – der Sänger und Songschreiber mit der sanften Stimme wollte auf seinem achten Album anders klingen und das ist ihm eindrucksvoll gelungen.

Bild: Dualtone (H'Art)

2 Erin Rae: frische Musik mit Blick in die Vergangenheit

Porträt der Musikerin Erin Rae
"Lighten Up" heißt das Album von Erin Rae. Sanfte Songs mit zeitlosen Qualitäten. Bild: cristinaviscu.com

Erin Rae ist eine junge Songschreiberin aus Tennessee in den USA und gilt als vielversprechende Neuentdeckung. Schon die Covergestaltung ihres zweiten Albums "Lighten Up" macht deutlich, wohin die Reise klanglich geht: Lange braune Haare, ein freundliches Gesicht mit einem offenen Blick und ein kleiner Strauß gelbroter Rosen in der Hand verdeutlichen ihre Nähe zu Künstlerinnen wie Carole King und der Songwriter-Schule der frühen 70er Jahre. Erin Raes neues Album ist ein Beispiel für neue Musik mit charmanten Vergangenheitsbezügen.

Wie klingt’s?

Sanft und verhalten sind viele Songs, die zu Beginn der Pandemie entstanden sind. Erin Rae hat den Stillstand der Welt für sich zu nutzen gewusst und Stücke über Entschleunigung als Lebensqualität und das Private als sicheren Rückzugsort geschrieben. Sie weist dabei Pop-Qualitäten auf, wie sie auch vor 50 Jahren geschätzt und beliebt waren: handgemachte Musik, entspannte Haltung und analoger Sound. In diesen Songs singt eine alte Seele mit junger Stimme.

Warum hören?

Hierzulande ist Erin Rae noch ein unbeschriebenes Blatt, aber mit ihrem zweiten Album hat sie einen entschiedenen Schritt nach vorne gemacht. Ihre Texte verhandeln junge Weiblichkeit und die Suche nach dem eigenen inneren Kompass. Dabei kommt sie zu der Erkenntnis, dass jede Lebensentscheidung auch ein wenig Trauer über nicht gewählte Wege in sich trägt und dass im Leben Chance und Scheitern stets nah beieinanderliegen. Für manchen mag es etwas zu brav klingen, aber Erin Rae bringt einen Hauch von Frühlingsfrische in die kalten Wintertage und das ganz ohne Pop-Kalkül.

Albumcover von Erin Rae "Lighten Up"

Erin Rae: "Lighten Up"

Erin Rae ist eine junge Songwriterin aus Tennessee und gilt als vielversprechende Neuentdeckung. Ihr zweites Album ist dem Ohr der Musikkritiker nicht entgangen.

Bild: Good Memory (Membran)

3 Evgeni Finkelstein: russische Gitarren-Raritäten

Porträt des Musikers Evgeni Finkelstein mit Gitarre
Unbekannte Meisterstücke russischer Gitarrenmusik hat Evgeni Finkelstein für sein neues Album ausgewählt. Eine Entdeckung! Bild: Nikita Larionov

Evgeni Finkelstein wurde 1972 geboren, er gehört schon länger zum Kreis renommierter Gitarren-Interpreten auch außerhalb seiner russischen Heimat. Mit seinem neuen Album "Russian Guitar Music – Unknown Masterpieces" widmet sich Finkelstein teilweise noch nie aufgenommener Gitarren-Literatur aus Russland.

Wie klingt’s?

Die Auswahl auf diesem Album ist bemerkenswert, gerade weil sie einen Blick auf einen Bereich der russischen Gitarrenmusik wirft, die hier bisher unbekannt war. Finkelstein interpretiert Stücke aus dem frühen 19. Jahrhundert von Komponisten wie Nikolai Makarov, genau wie Werke noch lebender Komponisten wie Nikita Koschkin. Sein Spiel ist klar akzentuiert, und die russische Schule zeigt sich deutlich in einer unangestrengten Virtuosität und musikalischen Tiefe.

Warum hören?

Es ist ein Album voller Raritäten und damit eine klanglich erstaunliche Reise durch fast 200 Jahre russischer Gitarrenmusik. Finkelstein widmet sich dabei auch Werken, die ursprünglich für eine siebensaitige Gitarre geschrieben wurden, was im 19. Jahrhundert eine russische Spezialität war. Später wurden viele dieser Stücke für die sechssaitige Gitarre bearbeitet. Wer sich tiefergehend mit der Geschichte der klassischen russischen Gitarre befassen möchte, findet mit "Russische Gitarrenmusik – Unbekannte Meisterstücke" dafür ein herausragendes Album.

Albumcover von  Evgeni Finkelstein "Russian Guitar Music – Unknown Masterpieces"

Evgeni Finkelstein: "Russian Guitar Music – Unknown Masterpieces"

In unbekannte Welten entführt uns der russische Gitarrist Jevgeni Finkelstein auf seinem neuen Album.

Bild: Acoustic Music Records (Galileo Music Communication)

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 9. Februar 2022, 14:40 Uhr