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Der Tag mit Reza Vafa

Neue Alben Livemusik von Britpop-Phänomen Paul Weller

Autorinnen und Autoren

José James veröffentlich sein erstes Weihnachtsalbum, Renaud García-Fons auf Saiten-Exkursion und Paul Weller spielt mit dem BBC Symphony Orchestra. Simon Brauer, Andreas Kisters und Harald Mönkedieck stellen die Alben der Woche vor.

1 Paul Weller mit dem BBC Symphony Orchestra

Paul Weller live in  O2 Guildhall Southampton im November 2021
Paul Weller trat im Mai 2021 gemeinsam mit dem BBC Symphony Orchestra auf. Jetzt ist der Konzertmitschnitt als Album zu haben: "An Orchestrated Songbook (Live)" heißt es. Bild: DPA | Photoshot

Ein Konzert mit einem Sinfonieorchester zu geben – für viele Popmusiker dürfte das immer noch einer Art Ritterschlag sein. Der britische Sänger und Songwriter Paul Weller hat es jetzt gemacht; nicht zum ersten Mal. Doch wegen der Pandemie waren die Umstände besonders: Paul Weller trat im Mai 2021 gemeinsam mit dem BBC Symphony Orchestra unter Jules Buckley vor einem leeren Auditorium in London auf, die BBC zeichnete das Konzert auf. Jetzt ist es auch digital und auf Tonträger erschienen: "An Orchestrated Songbook (Live)" heißt das Album.

Wie klingt's?

Für sein sinfonisches Konzert im Londoner Barbican im Frühjahr 2021 wählte Weller, der unter anderem mit The Jam und The Style Council Geschichte geschrieben hat, nicht nur Hits aus, sondern auch aktuellere Songs der in den letzten Jahren erschienenen Solo-Alben. Neue Arrangements von Dirigent Jules Buckley lieferten ihm ein gediegenes Outfit. Schon mit Track zwei, einer Neuauslegung des alten Songs "English Rose" von The Jam, macht Weller deutlich, dass er seine Vergangenheit neu beleuchten möchte. Verschwunden ist die Rotzigkeit des jungen Vorstädters aus der Arbeiterklasse. Das politische Bewusstsein ist zwar das gleiche geblieben, doch viele der Songs atmen hier eine gewisse pastorale Schönheit. Das dürfte nicht nur mit dem erlesenen Streicherklang zu tun haben, auch mit einer allgemeinen Entwicklung, hin zu mehr Würde und mehr Eleganz. Die Arrangements von Buckley verleihen der Gesamt-Performance eine Aura der Erhabenheit, die den Studio-Originalen meist fehlt.

Warum hören?

Wer bislang nicht zur Fangemeinde von Paul Weller zählt, sollte sich dieses Konzert einmal unvoreingenommen anhören. Nicht alles ist begeisternd, doch Weller hat die zähe Zeit der Pandemie für ein ambitioniertes Projekt genutzt, das der britischen Pop-Landschaft ein hochwertiges Geschenk von subtiler emotionaler Resonanz beschert. Es dürfte nicht das letzte Mal gewesen sein. Paul Weller ist noch unterwegs, hier einmal mit Grandezza.

Album-Cover von Paul Weller "An Orchestrated Songbook (Live)"

Paul Weller: "An Orchestrated Songbook (Live)"

Ein Konzert mit einem Sinfonieorchester – für den britische Sänger und Songwriter Paul Weller war es nicht das erste Mal.

Bild: Polydor (Universal Music)

2 Weihnachtslieder im Stil der 50er von José James

Der Sänger José James auf der Summer-Stage Bühne in New York, Central Park 2019
"Merry Christmas from José James" heißt das erste Weihnachtsalbum von José James. Musik in der Tradition von Ella Fitzgerald und Frank Sinatra. Bild: DPA | ZUMAPRESS.com | Nancy Kaszerman

Wenn sich der US-amerikanische Jazzsänger José James einem neuen Projekt widmet, dann mit Hingabe und Perfektion. Das gilt für seine mittlerweile sieben Studioalben mit Eigenkompositionen, auf denen José James die Grenzregionen des Jazz erforscht und Soul, Rock und Hip Hop ins Spiel bringt. Das gilt aber auch für seine Tribute-Alben für Billie Holiday und Bill Withers. Voller Liebe und Respekt für seine Idole, aber immer mit eigener Haltung und seiner samtweichen Stimme. Jetzt hat José James mit "Merry Christmas from José James" sein erstes Weihnachtsalbum veröffentlicht.

Wie klingt's?

James hat sich nicht nur die Weihnachtslieder der 1950er Jahre von "White Christmas" bis "Let it snow" ausgesucht, er hat sie auch wie in den 50er Jahren aufgenommen: mit brillanten Jazzmusikern an Bass, Schlagzeug, Klavier und Saxofon, alle ein einem Raum versammelt, mit alten Mikrofonen und einer analogen Bandmaschine. Alle Lieder wurden innerhalb eines Tages komplett live eingespielt, ohne spätere Korrekturen oder zusätzliche Aufnahmen.

Warum hören?

Wie all seine Alben ist auch "Merry Christmas from José James" eine Herzensangelegenheit. Es ist ein rundum gelungenes Weihnachtsalbum, ganz in der Tradition von Ella Fitzgerald und Frank Sinatra – mit viel Wärme gespielt und gesungen, und gleichzeitig so raffiniert, dass auch die anspruchsvollen Jazz-Freundinnen und -Freunde beim Gänsekeulekauen kurz innehalten werden, um andächtig zu lauschen.  

Album-Cover "Merry Christmas from José James"

José James: "Merry Christmas from José James"

Der US-amerikanische Jazzsänger José James hat für sein neues Projekt Weihnachtslieder der 1950er Jahre aufgenommen – ein rundum gelungenes Weihnachtsalbum.

Bild: Rainbow Blonde (Rough Trade)

3 Renaud García-Fons virtuose Begegnung mit Saiteninstrumenten

Der Musiker Renaud García-Fons am Kontrabass
Renaud Garcia-Fons setzt bei seinen neuen Kompositionen auf die virtuose Begegnung von acht Saiteninstrumenten. "Le souffle des cordes" heißt das Ergebnis. Atemberaubend! Bild: Janina Kufner

Renaud García-Fons gilt seit langem als vielseitige und äußerst kreative Koryphäe. Der Kontrabassist wird wegen seiner herausragenden Spieltechniken auch schon mal als "Paganini am Kontrabass" bezeichnet. Er kennt keine stilistischen Scheuklappen und ist gleichermaßen in der Barockmusik, im Jazz oder der Weltmusik zuhause. Nun ist sein neues Album "Le souffle des cordes" erschienen.

Wie klingt's?

Garcia-Fons setzt auf die virtuose Begegnung von acht Saiteninstrumenten. Das ungewöhnliche Oktett umfasst neben einem klassisch besetzten Streichquartett – zwei Violinen, Bratsche und Cello – noch drei vermeintliche Sonderlinge: eine Flamenco-Gitarre, die traditionelle Istanbuler Kemençe-Laute und die orientalische Kastenzither namens Kanun. Alle Kompositionen und Arrangements stammen aus der Feder von Renaud García-Fons, wobei er sich seine Anregungen mit Vorliebe im gesamten Mittelmeerraum sucht.

Warum hören?

Ein ums andere Mal fasziniert die Wandlungsfähigkeit dieses Kontrabassisten, dessen Virtuosität kein Selbstzweck ist, der aber mit ihrer Hilfe eine enorme Bandbreite an Stimmungen einfängt. Es macht Freude, diesem Tausendsassa auf seinen Saiten-Exkursionen zu folgen und sich dabei jedes Mal zu fragen, welches Instrument denn da gerade ertönt. Einfach atemberaubend!

Cover: Renaud Garcia-Fons, Le Souffle des Cordes - The breath of strings, E-Motive Records (Galileo Music Communication)

Renaud García-Fons: "Le souffle des cordes"

Renaud García-Fons wurde wegen seiner herausragenden Spieltechniken auch schon mal "Paganini am Kontrabass" genannt. Jetzt kommt sein neues Plattenprojekt.

Bild: E-Motive Records (Galileo Music Communication)

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 9. Dezember, 10:40 Uhr