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Die Nacht

Neue Alben Jason Isbell mit einer musikalischen Hommage an Georgia

Autoren

Der amerikanische Songschreiber Jason Isbell verneigt sich vor der Musik aus Georgia und Jazz-Stilist Kurt Elling entdeckt den Groove der Funk-Musik. Till Lorenzen und Harald Mönkedieck stellen die Alben der Woche vor.

1 Jason Isbell verbeugt sich vor der Musik aus Georgia

Der Musiker Jason Isbell auf der Bühne, 2019 in Pembroke Pines, Florida
Jason Isbell legt mit "Georgia blue" ein Cover-Album vor. Bild: Imago | MediaPunch

Der amerikanische Songschreiber Jason Isbell hat in den letzten knapp 20 Jahren mit zwei Dingen viel Aufmerksamkeit erregt: Zum einen als versierter und erfolgreicher Americana-Musiker, zum anderen als politisch aktiver Künstler. Seine Texte sind häufig von gesellschaftspolitischen Themen geprägt, zudem führt er rege Debatten in den Sozialen Medien und legt sich mit Trump-Befürwortern und Rassisten an. Sein neues Album mit seiner Band "The 400 Unit" ist ebenfalls politisch geprägt. Ohne die US-Wahl 2020 hätte es "Georgia blue" wohl nicht gegeben.

Wie klingt's?

Der überraschende Sieg der Demokraten im sonst republikanischen US-Bundestaat Georgia bei der US-Wahl im Jahr 2020 hat den 42-jährigen Musiker und bekennenden Demokraten Jason Isbell zu seinem neuen Album inspiriert: "Georgia blue" enthält nur Cover von Künstlerinnen und Künstlern, die aus Georgia stammen.

Stilistisch ist das Cover-Album dabei breit gefächert: Intimer Soul von Otis Redding, Folkrock der Indigo Girls oder Alternative Country von Cat Power. Isbells Cover sind nah dran an den Originalen, aber keineswegs billige Kopien. Ein wenig rockiger sind die neuen Versionen. Besonders gelungen ist Isbells Version von James Browns "It’s a man’s, man’s, man‘s world". Der Song wird in dieser Version von der afroamerikanischen Gospel-Sängerin Brittney Spencer gesungen, die aus dem Lied eine emanzipatorische Hymne macht.

Warum hören?

Das Cover-Album "Georgia blue" ist eine tiefe Verneigung vor der Musik aus Georgia und ein musikalisch-politisches Manifest für die Demokraten in den USA. Doch auch losgelöst vom politischen Überbau sind Jason Isbell schlichtweg gute Versionen gelungen. Ein vielfältiger und verspielter Ritt durch 60 Jahre Musikgeschichte aus Georgia.

Jason Isbell & The 400 Unit: "Georgia Blue"

Jason Isbell Texte sind häufig politisch – so auch auf seinem neuen Album "Georgia Blue, das es ohne die US-Wahl 2020 wohl nicht gegeben hätte.

Albumcover Jason Isbell "Georgia Blue"
Bild: Southeastern (Membran)
Bild: Southeastern (Membran)

2 Kurt Elling entdeckt den Groove der Funk-Musik

Porträt des Musikers Kurt Elling
Bild: Universal Music

Für sein vorletztes Album gewann er Anfang 2021 einen Grammy als "bestes Jazz-Vokal-Album", aber nicht erst seit dieser Auszeichnung gilt der US-Amerikaner Kurt Elling als ein Top-Künstler seiner Zunft. Mal als Crooner, mal als intellektueller Jazz-Stilist. Jetzt kommt noch eine weitere Facette für den Wahl-New Yorker hinzu. Auf seinem neuen Album "SuperBlue" entdeckt Kurt Elling den Groove der Funk-Musik.

Wie klingt's?

Aufgrund der Corona-Pandemie konnten die Musiker nicht gemeinsam im Studio spielen. Man schickte sich die jeweiligen Beiträge zu. Das Ergebnis klingt aber so, als sei die Musik tatsächlich im Kollektiv entstanden. Zwei Musiker der Hip-Hop-Fusion-Band "Butcher Brown" agieren mit zurückgelehnter Coolness als Rhythmusgruppe. Der Jazz-Gitarrist Charlie Hunter fügt seine Expertise nicht minder lässig hinzu. Funk-Innovationen von "Sly & The Family Stone" von Anfang der siebziger Jahre schwingen mit – allerdings ohne die intensive Drogen-Aura von damals.

Warum hören?

Elling ist ein Mann des Intellekts. Er möchte einen Ausgleich zwischen Kopf und Bauch herstellen. Eingängige Refrains sucht man jedoch vergeblich. "SuperBlue" ist ein Jazzfunk-Album ohne Hits, ständig in Bewegung. Kurt Elling agiert zwischen eigenem Traditionsbewusstsein und dem Bestreben, sein Jazz-Hipstertum einmal anders zu gestalten. Es gelingt ihm mühelos. Mit "SuperBlue“ verlässt Elling sein Image als kopflastiger "Philosoph der Jazzsänger", auch wenn es dem Album etwas an Wärme fehlt.

Kurt Elling: "SuperBlue"

Kurt Elling ist mal als Crooner, mal als intellektueller Jazz-Stilist unterwegs – jetzt kommt eine weitere Facette hinzu. Er entdeckt den Groove der Funk-Musik.

Albumcover "Superblue" von Kurt Elling
Bild: Edition (Membran)
Bild: Edition (Membran)

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 11. Oktober 2021, 11:40 Uhr