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Zeiglers wunderbare Welt des Pop mit Arnd Zeigler

Neue Alben Soulsängerin Imany interpretiert Welthits neu

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Zweimal Cover-Alben, einmal neue Songs: Die Sängerin Imany hat Welthits in ungewohnt anderem Stil interpretiert, Kai Schumacher und Gisbert zu Knyphausen haben sich den Kunstliedern Franz Schuberts gewidmet. José Gonzáles hingegen bleibt seiner minimalistischen Klangwelt treu. Julia Köhn, Simon Brauer und Till Lorenzen stellen unsere Alben der Woche vor.

1 Imany mit hochinteressanten Neuinterpretationen von Welthits

Imany
Auf ihrem neuen Album "Voodoo Cello" präsentiert Imany Welthits in völlig neuen Interpretationen. Zum Einsatz kommen ihre Stimme und der Klang der Cellos. Bild: Imago | Charpentier/Andia

Imany hing in den letzten Jahren der ungewollte Ruf eines One-Hit-Wonders nach – und das durch einen Song, der eigentlich gar nicht zu ihrer Klangwelt passt: "Don't be so shy" ist Dance-Pop und war 2016 einer der erfolgreichsten Sommerhits des Jahres. Eigentlich fühlt sich die franco-komorische Sängerin Imany aber im Soul zuhause und will mit ihrem neuen Album "Voodoo Cello" zurück zu ihrem echten und ungeremixten Ich. Interessanterweise hat sie dafür keine neuen Songs geschrieben, sondern zwölf Welthits neu interpretiert.

Wie klingt's?

Die Songliste von "Voodoo Cello" liest sich wie ein Karaoke-Katalog, denn Imany hat Evergreens wie "Like a Prayer" von Madonna, "I’m still standing" von Elton John oder "Wild World" von Cat Stevens gecovert. Allerdings mit einem vollkommen neuen und eigenständigen Klang: Keine Rhythmusgruppe, keine Gitarren, keine Bläser oder Tasteninstrumente – nur Imanys Stimme und der Sound von acht Cellos. Das klingt zunächst gewöhnungsbedürftig, da die Kombination aus Imanys tiefer und weicher Stimme mit den mal verspielten, mal dramatischen Cello-Arrangements beim ersten Hören etwas sperrig daherkommt. Wer sich aber Zeit nimmt, wird wirklich interessante neue Versionen bekannter Songs entdecken.

Warum hören?

Wie kommt eine Musikerin mit so einer tollen Stimme darauf, sich an Welthits abzuarbeiten? Die Antwort ist wohl, dass Songs wie "Total Eclipse of the Heart" von Bonnie Tyler oder "All the things she said" von Tatu Imany viel bedeuten und sie mit ihren eigenen Interpretationen den Songs ein neues Leben einhaucht. Imany hat es auf "Voodoo Cello" geschafft, Songs, die jeder und jede kennt, ganz neu strahlen zu lassen und zu etwas Eigenem zu machen. Und das ist ja die eigentliche Kunst des Coverns.

Imany: "Voodoo Cello"

Den ungewollten Ruf des One-Hit-Wonders loszuwerden und den Schritt zur Soul-Sängerin zu wagen: Das ist Imany mit "Voodoo Cello" gelungen.

Cover: Imany, Voodoo Cello, Polydor (Universal Music)
Bild: Polydor (Universal Music)
Bild: Polydor (Universal Music)

2 Gisbert zu Knyphausen und Kai Schumacher präsentieren Schubertlieder ohne Pathos

Porträt von Gisbert zu Knyphausen & Kai Schumacher
"Lass irre Hunde heulen": Gisbert zu Knyphausen und Kai Schumacher haben die Kunstlieder Franz Schuberts neu interpretiert – sie erklingen im melancholischen Pop-Gewand. Bild: Neue Meister (Edel) | Joachim Gern

Treffen sich ein aus einer Adelsfamilie stammender Singer-Songwriter und ein aus der Duisburger Neoklassik stammender Pianist und Komponist – und interpretieren gemeinsam Lieder vom Romantik-Komponisten Franz Schubert aus dem 19. Jahrhundert. Gisbert zu Knyphausen und Kai Schumacher haben sich an ein Experiment gewagt und auf "Lass irre Hunde heulen" Lieder wie von Schubert auf erstaunliche Art neu interpretiert.

Wie klingt's?

Klassische Liederabende seien oft zu ehrfürchtig und artifiziell, findet Kai Schumacher. Die Lieder von Schubert an sich gefallen ihm aber sehr gut, weswegen er sie auf unverkrampfte Art neu arrangieren wollte: mit Klavier, Schlagzeug, Posaune, Gitarre und Streichquartett und vorgetragen von seinem Lieblingssänger Gisbert zu Knyphausen. Den beiden ist es gelungen, die kunstvollen Lieder Schuberts wie "Der Leiermann" oder "Nähe des Geliebten" mit einem ungekünstelten Klang neu in Szene zu setzen. Als wären sie von einem Singer-Songwriter geschrieben.

Warum hören?

Mit der 200 Jahre alten romantischen Sprache der Kunstlieder habe sich zu Knyphausen am Anfang richtig schwergetan, erzählt er. Aber umtexten wollte er die Schubert-Lieder auch nicht und hat sich deswegen einen eigenen Zugang gesucht. Darin liegt unter anderem die Qualität von "Lass irre Hunde heulen": Schumacher und zu Knyphausen ist es gelungen, die Lieder ohne viel Pathos aufzunehmen und dennoch den großen Kunstgehalt zu bewahren. Für alle, die mit Schuberts Werk nicht so vertraut sind, ist das Album eine wunderbare Gelegenheit, die Lieder des österreichischen Komponisten zu entdecken – im melancholischen Pop-Gewand.

Gisbert zu Knyphausen & Kai Schumacher: "Lass irre Hunde heulen"

Für sein Album mit Franz Schubert-Liedern hat sich der poetische Songschreiber Gisbert zu Knyphausen mit dem klassischen Pianisten Kai Schumacher zusammengetan.

CD Cover von Gisbert zu Knyphausen & Kai Schumacher "Lass irre Hund heulen"
Bild: Neue Meister (Edel)
Bild: Neue Meister (Edel)

3 José Gonzálesist der Meister der leisen Töne

José Gonzàles spielt auf der Bühne Gitarre
José Gonzáles kann mit wenig Mitteln große Effekte erzielen. Das zeigen auch seine neuen Songs. "Local Valley" ist ein intimes und dennoch zupackendes Album geworden. Bild: Michael Verlinden

José Gonzáles ist ein musikalischer Weltenbummler. 1978 wurde er als Sohn argentinischer Einwanderer im schwedischen Göteborg geboren und hat schon als kleiner Junge angefangen, Gitarre zu spielen. Sein Vater gab ihm zum Üben zwei Bücher: eins mit Beatles-Liedern, eins mit Bossa Nova-Klassikern. Von beiden Klangwelten war Gonzáles begeistert. Diese frühkindliche Prägung bildet noch heute das Fundament seiner ruhigen Songs. Auf seinem vierten Solo-Album "Local Valley" zeigt der Anfang 40-jährige Musiker sich erneut als Meister der leisen Töne.

Wie klingt's?

Gonzáles hat ein Händchen für klangliche Kleinode und versteht es, mit wenig Mitteln große Effekte zu erzielen. Die meisten neuen Songs kommen mit Gitarre und Percussion, manchmal leichten elektronischen Beiklängen und seiner warmen, einnehmenden Stimme aus, und dennoch hat das Album ein breites klangliches Spektrum. Intime Songs in der Tradition einer Joni Mitchell treffen auf leicht angejazzte Stücke sowie westafrikanische Rhythmen. Die Besonderheit ist zudem, dass Gonzáles erstmals nicht nur auf Englisch, sondern auch in seinen beiden Muttersprachen Schwedisch und Spanisch singt, wodurch seine Texte eine ganz eigene Magie versprühen.

Warum hören?

Gonzáles hat sich mit seinem Platz in der Welt befasst und Ereignisse unserer Welt reflektiert. Ein Song über Machthaber wie Trump und Bolsonaro findet auf dem Album genauso Platz wie ein schwedisches Schlaflied für seine Tochter – sowie ein Song im Geiste von John Lennons "Imagine" für eine friedliche Welt. José Gonzáles ist ein intimes und dennoch zupackendes Album gelungen, mit dem er beweist, was für ein kluger und nachdenklicher Musiker er ist. "Local Valley" ist sein Beitrag für eine gemeinsame Zukunft von uns Menschen auf diesem Planeten.

José González: "Local Valley"

Schon als kleiner Junge spielte José González – Sohn argentinischer Einwanderer im schwedischen Göteborg – Gitarre. Sein neues Album heißt "Local Valley".

Plattencover von José Gonzàles "Local Valley"
Bild: City Slang (Rough Trade)
Bild: City Slang (Rough Trade)

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 17. September, 15:40 Uhr