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Zeiglers wunderbare Welt des Pop mit Arnd Zeigler

Neue Alben Große Gefühle und der Retro-Sound der Sechziger

Autoren

David Crosby sind mit fast 80 Jahren frische Songs geglückt, Leon Bridges glaubt weiter an große Gefühle und Durand Jones & The Indications feiern den Retro-Soul der Sechziger. Die Musiktipps der Woche, vorgestellt von Harald Mönkedieck, Till Lorenzen und Simon Brauer.

1 David Crosby mischt Westcoast-Folkpop mit einem Hauch von Jazz

David Crosby auf der Bühne, 2013 in Berlin
Klarer Gesang und geschickte Arrangements: David Crosby beweist wieder mal seine Leidenschaft für Musik. Bild: Imago | Brigani-Art

David Crosby ist eine Musik-Legende, der schon in den 1960er Jahren mit der Band "The Byrds" und der "Crosby, Stills, Nash & Young" Erfolge feierte. Im August wird der Mann aus der "Generation Woodstock" 80 Jahre alt und hat trotz des hohen Alters in den letzten Jahren als Solo-Musiker einen kreativen Lauf. Mit "For Free" ist nun das neue Werk erschienen, das so gar nicht nach altem Mann klingt.

Wie klingt's?

David Crosbys Stimme klingt nicht wie die eines 80-Jährigen, sondern ist noch immer frisch und dynamisch. Als Songschreiber hat er sich schon lange gefunden, weswegen die neuen Stücke zwar nicht innovativ, aber elegant geworden sind. Klanglich mischt Crosby Westcoast-Folkpop mit einem leichten Hauch von Jazz. Er zeigt sich erneut von seiner kreativen Seite und hat dafür einige tolle Musikerinnen und Musiker gefunden, die mit ihm zusammengearbeitet haben. Mit Sarah Jarosz singt er ein Duett aus der Feder von Joni Mitchell, mit seinem Sohn James Raymond hat er gemeinsam komponiert.

Warum hören?

David Crosby hat auch im hohen Alter kein bisschen an Leidenschaft für die Musik verloren und eher an Selbstironie dazugewonnen. Über den Songs schwebt eine besondere Energie und Crosby glänzt mit klarem Gesang und geschickten Arrangements. Er liebt das Musikmachen einfach und das transportiert sich mühelos in den zehn neuen Songs auf "For Free".

David Crosby: "For Free"

Die Rock-Legende David Crosby hat seit Jahren einen kreativen Lauf. "For Free" heißt das fünfte Crosby-Solowerk in sieben Jahren.

CD-Cover von David Crosby "For Free"
Bild: Bmg Rights Management (Warner)
Bild: Bmg Rights Management (Warner)

2 Leon Bridges ohne Retro-Sound, aber mit viel Gefühl

Leon Bridges auf der Bühne zeigt das Mikrofon ins Publikum
Bridges glänzt in einigen Songs als poetischer und nachdenklicher Texter. Dazu hat er einen angenehm unaufdringlichen Sound gefunden. Bild: Imago | MediaPunch

Leon Bridges ist eines der heiß gehandelten Soul-Talente der letzten Jahre. Den ersten beiden Alben des Texaners ist deutlich anzuhören, wie sehr er vom Sound und den Kompositionen von Soul-Größen wie Otis Redding und Sam Cooke inspiriert ist. Bridges hat ein Händchen für schmeichelnde Melodien und griffige Refrains und wurde 2019 dafür mit dem Grammy für die beste R&B-Performance ausgezeichnet.

Wie klingt's?

Die neuen Songs sind in intensiver Arbeit im Tonstudio "Gold-Diggers Sound" in Hollywood entstanden, nach dem Bridges sein Album benannt hat. Dabei hat sich Leon Bridges in Zusammenarbeit mit vielen anderen Musikern klanglich weiterentwickelt. Auf dem neuen Album klingt er deutlich moderner, und obwohl seine Liebe zum alten Soul spürbar ist, hat er sich vom Retro-Charme freigemacht. Unverwechselbar bleibt aber seine ruhige und einfühlsame Stimme und auch thematisch bleibt sich Bridges treu: Es geht weiterhin um große Gefühle und die Liebe.

Warum hören?

Bridges glänzt in einigen Songs als regelrecht poetischer und nachdenklicher Texter. Beispielsweise thematisiert er den Mord am Afroamerikaner George Floyd und fragt, ob die Menschheit denn seit den sechziger Jahren und den bewegenden Reden Martin Luther Kings nichts dazugelernt habe. Dabei geht er klanglich zwar wenig Risiko ein und setzt eher auf minimalistische Songs, hat dafür aber einen warmen und angenehm unaufdringlichen Sound gefunden.

Leon Bridges: "Gold-Diggers Sound"

Über 40 verschiedene Plattenfirmen wollten Leon Bridges unter Vertrag nehmen. Mittlerweile ist sein drittes Solo-Album auf dem Markt: "Gold-Diggers Sound"

CD-Cover von Leon Bridges "Gold-Digger Sound"
Bild: Columbia International (Sony Music)
Bild: Columbia International (Sony Music)

3 Durand Jones & The Indications mit lässigen und tanzbaren Songs

Auftritt von Durand Jones & The Indications
Durand Jones & The Indications sind eine feste Größe im Retro-Soul. Bild: Imago | Gonzales Photo

Mit ihrem Bandnamen Durand Jones & The Indications weckt die junge Soulband aus dem US-Bundesstaat Indiana große Erwartungen. Der Name erinnert an "Gladys Knight & The Pips", "Sly & The Family Stone" oder "Booker T & The M.G.s", die allesamt aus den Sechzigern, dem goldenen Zeitalter des Souls, entstammen. Durand Jones & The Indications wurde 2012 von Sänger Durand Jones, Schlagzeuger Aaron Frazer und Gitarrist Blake Rhein gegründet, als die drei ihre gemeinsame Liebe für klassische Soulmusik entdeckten. Klanglich fühlen sie sich im Retro-Sound bis heute wohl.

Wie klingt's?

Die Band hat für ihr neues Album "Private Space" ihre klangliche Palette noch einmal erweitert: Neben klassischen Soul-, Gospel- und Funk-Klängen haben sie nun auch Elemente des glitzernden siebziger Jahre Discosounds in ihre Songs gemischt. Neben gängigen Bandinstrumenten wie Gitarre spielen sie dieses Mal auch Passagen auf Vibraphon und haben Streicher hinzugefügt. Schlagzeuger Aaron Frazer unterstützt Sänger Jones zudem mit seinem glasklaren Falsettgesang. Die Songs wurden wegen der Pandemie von den fünf Bandmitgliedern in Videokonferenzen komponiert und klingen trotz der Distanz immer lässig und tanzbar.

Warum hören?

"Private Space" von Durand Jones & The Indications ist ein hoffungsvolles Album geworden, das die Werte feiert, die am Ende wirklich wichtig sind: Gemeinschaft, Liebe und Freundschaft. Mit dem Album thematisieren sie die lange Zeit, die alle wegen der Pandemie in Zuhause verbringen mussten, und schaffen dabei aber eine positive und zuversichtliche Klangwelt. Als sie die Band gegründet haben, waren sie eine College-Party-Band. Mittlerweile sind Durand Jones & The Indications eine feste Größe im Retro-Soul und mit "Private Space" zeigen sie erneut, dass sie raffinierte Songs schreiben können.

Durand Jones & The Indications: "Private Space"

Durand Jones & The Indications beherrschen den Vintage-Sound der Sechziger wie kaum eine andere Band. Ihnen ist ein hoffnungsvolles Soulalbum gelungen.

CD Cover von Durand Jones & The Indications "Private Space"
Bild: Dead Oceans / Cargo
Bild: Dead Oceans / Cargo

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 27. Juli 20ß21, 11:40 Uhr.