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Die Nacht

Neue Alben Jakob Dylan und die "Wallflowers" mit Songs, die Trost spenden

Autoren

The Wallflowers melden sich mit einem nachdenklichen Album zurück und Sänger John Grant verarbeitet seine Kindheit musikalisch. Unsere Musikredaktion hat die besten Alben der Woche ausgewählt. Till Lorenzen und Harald Mönkedieck stellen sie vor.

1 The Wallflowers mit einer Ode an alle strapazierten Menschen

Jakob Dylan, Sänger der Band The Wallflowers.
Er ist der Sohn von Bob Dylan – aber Jakob Dylan ist viel mehr als das. Bild: Yasmin Than

Jakob Dylan ist 51 Jahre alt, verheiratet und vierfacher Vater und erfolgreicher Musiker. Dennoch denken bei seinem Namen viele erst einmal an seinen berühmten Vater: Bob Dylan. Musikalisch hat sich Jakob Dylan schon lange freigeschwommen – mal solo, oder mit seiner Band The Wallflowers. Die letzten Jahre war es eher ruhig um The Wallflowers, nun ist aber das neue Album "Exit wounds" erschienen.

Wie klingt's?

Das Album sei eine Ode an alle strapazierten Menschen: zehn Songs als trostspendende Geschichtensammlung. Als "Exit Wounds" bezeichnet Dylan Verletzungen aus der Vergangenheit, die wir zwar zeitlich hinter uns gelassen haben, die aber dennoch für immer ein Teil unseres Lebens bleiben werden. Derzeit präge Angst, Panik, aber auch Hoffnung den Alltag vieler Menschen. Auch ihn als Songschreiber habe die Pandemie verändert. Zurückgeworfen auf das Wesentliche schwanken seine Songs zwischen Zweifel und Zuversicht.

Musikalisch erinnert das neue Album der Wallflowers an große Songschreiber der 1970er wie Neil Young und Tom Petty. Amerikanische Roots-Musik von Folk bis Country und Westcoast-Sound sind überall spürbar, aber auch Bruce Springsteen hat Spuren hinterlassen – genauso wie der Alternative Rock der 1990er Jahre.

Warum hören?

"Exit Wounds" von The Wallflowers trägt die eindeutige Handschrift Jakob Dylans. Es ist ein nachdenkliches und nie eindeutiges Album, auf dem Jakob Dylan aus kleinen Begebenheiten große Geschichten kreiert: Kritisch, aber mit überzeugtem Glauben an das Große und Gute im Menschen.

The Wallflowers: "Exit Wounds"

Musikalisch war es um Jakob Dylan mit seiner Band The Wallflowers in den letzten Jahre eher ruhig. Nun ist aber das neue Album "Exit Wounds" erschienen.

CD-Cover von The Wallflowers: Exit Wounds
Bild: Pias/New West Records
Bild: Pias/New West Records

2 John Grant bringt sein Herz zum Klingen

John Grant auf der Bühne am Klavier.
Sänger und Songwriter John Grant verarbeitet seine Kindheit musikalisch. Bild: Imago | PA Images

Der Sänger und Songwriter John Grant ist ein ungewöhnlicher Amerikaner: Er spricht fließend mehrere Fremdsprachen, unter anderen auch Deutsch. Er lebt seit Jahren auf Island und er hat eine große innere Distanz zu seiner Heimat, zum Kern seiner Identität, aufgebaut. Warum das so ist, kann man jetzt abermals in den sehr persönlichen Songs erfahren, die John Grant schreibt. "Boy from Michigan" hat er sein neues Album genannt.

Wie klingt's?

"Boy from Michigan" von John Grant ist im Wesentlichen mit elektronischen Mitteln entstanden. Der Amerikaner liebt alte analoge Synthesizer, programmiert gern Beats, ist darauf erpicht, seine schönen Melodien nicht konservativ zu inszenieren. Das kann zum Problem werden, wenn sich eine ominöse Kälte im Soundbild breit macht. Doch in den Balladen ist John Grant dann überzeugend. Sie sind die Highlights dieses Albums.

Wenn man sich auf die Songs von John Grant einlässt, dann geht man mit ihm zurück, zurück in seine Kindheit, zu Jugendfreunden, zu prototypischen Dingen aus "Mainstream America". Man bemerkt die Außenseiter-Perspektive, man spürt die inneren Konflikte.

Warum hören?

Wer den Künstler auf dem Cover seines Albums in einer selbstironischen Zeichnung als Horrorfigur sieht, der bekommt eine Ahnung von der komplexen Emotionalität, aus der diese Musik kommt. Sie hat ihre stärksten Momente immer dann, wenn Grant die Maschinen ruhen lässt, auch mal ein Saxophon oder eine Klarinette ins Spiel bringt. Vor allem aber dann, wenn er in betörenden Melodien sein Herz zum Klingen bringt. Dass das möglich ist, nach all den Qualen, das ist sein Triumph.

John Grant: "Boy from Michigan"

Der US-Amerikaner John Grant hat eine große innere Distanz zu seiner Heimat. Warum das so ist, erfährt man in seinen sehr persönlichen Songs.

CD-Cover von John Grant: Boy From Michigan
Bild: Pias/New West Records
Bild: Pias/New West Records

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 9. Juli 2021, 8:40 Uhr