Jetzt läuft:

Charlie Haden Quartet West (feat. Norah Ill Wind
  • Jetzt läuft:

    Charlie Haden Quartet West (feat. Norah Ill Wind
  • Davor lief:

  • Um> 02:37 Uhr lief: Pat Metheny Afternoon
  • Um> 02:32 Uhr lief: Sharon Van Etten Tarifa
  • Um> 02:29 Uhr lief: Alexia Coley Without You
  • Um> 02:25 Uhr lief: Tunde Passing The Hours
  • Um> 02:22 Uhr lief: Vanessa Rubin Seven Days
  • Um> 02:18 Uhr lief: Paper Aeroplanes Red Rover
  • Um> 02:14 Uhr lief: Vampire Weekend Obvious Bicycle
  • Um> 02:10 Uhr lief: Celeste Strange
  • Um> 02:07 Uhr lief: Elliott Smith Angeles

Die Nacht

Neue Alben "Kings of Convenience" liefern einen entspannten Sommer-Soundtrack

Autoren

Neues von der norwegischen Band "Kings of Convenience", Klaviertänze von Lise de la Salle und die Kanadierin Allison Russell erzählt von ihrer Kindheit als Außenseiterin. Unsere Musikredaktion hat die besten Alben der Woche ausgewählt. Simon Brauer, Harald Mönkedieck und Wilfried Schäper stellen sie vor.

1 "Kings of Convenience" melden sich zurück

Porträt der beiden Gruppenmitglieder von den Kings of Convenience
Vor 20 Jahren erschien ihr erstes Album, nun legt die norwegische Band "Kings of Convenience" ihre neue Platte vor. Bild: Kings of Convenience | Salvo Alibrio

"Quiet is the new loud" – leise ist das neue Laut: So hieß vor 20 Jahren das erste Album der norwegischen Band "Kings of Convenience". Das Duo war Wegbereiter für eine ganze Reihe von Bands, die damals mit zarter, akustischer Folkmusik etwas Ruhe in die schrille und bunte Popwelt gebracht haben. Nach einer langen Pause gibt es nun ihr neues Album "Peace or Love".

Wie klingt's?

Mit "Peace or Love" machen Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe da weiter, wo sie vor zwölf Jahren aufgehört haben. Feine, fragile Folk-Songs über das Leben und die Liebe. Die Songs mit ihren gezupften Akustikgitarren, den kleinen Streichereinsätzen und ihrem zweistimmigen Harmoniegesang klingen leicht und beschwingt.

Warum hören?

"Simon & Garfunkel" und ein bisschen Bossa Nova – das sind auch auf dem vierten Album die großen musikalischen Einflüsse für die "Kings of Convenience". Aber auch ihre Vorliebe für elektronische Musik, für sich ständig wiederholende Loops, ist an einigen Stellen zu hören. Entspannte Musik, die entschleunigt und uns norwegisch kühle Luft zufächelt. Es ist genau das Richtige, falls dieser Sommer zu wild, zu heiß und zu hektisch wird.

Kings of Convenience: "Peace or Love"

Nach zwölf Jahren Pause erscheint jetzt ein neues Album der norwegischen Band Kings of Convenience: "Peace or Love".

CD Cover der Gruppe Kings of Convenience, Peace or Love
Bild: EMI (Universal Music)
Bild: EMI (Universal Music)

2 Pianistin Lise de la Salle fordert zum Tanz auf

Lise de la Salle
Pianistin Lise de la Salle widmet sich auf ihrem neuen Album Klaviertänzen. Bild: Bremer Philharmoniker | Stephane Gallois

Die französische Pianistin Lise de la Salle ist in Bremen keine Unbekannte. Sie hat schon oft mit den Bremer Philharmonikern zusammengespielt, im Sendesaal Bremen drei CDs aufgenommen und war zu Gast beim Radio Bremen-Festival "Auf schwarzen und weißen Tasten". Nun hat die französische Virtuosin ein neues Album – "When do we dance?".

Wie klingt's?

"When do we dance?" ist ein berühmter Song von George Gershwin. Lisa de la Salle spielt auf ihrem neuen Album Klaviertänze aus Amerika, Argentinien, Spanien, Frankreich, Ungarn und Russland. Eine musikalische Weltreise im Dreiviertel-, aber auch im Vierviertel-Takt. Allen Stücken gemeinsam ist ein starker rhythmischer Drive. Ragtime, Walzer, Tango oder Polka sind unter anderen dabei. Die Französin hat ein untrügliches Gespür für die Charaktere der sehr unterschiedlichen Tänze. Ihr Spiel changiert zwischen tänzerischem Temperament und sanfter Melancholie. Sie hat enorme Möglichkeiten am Klavier, eine fantastische Spieltechnik und mitreißende Musikalität. Auf ihrem neuen Album zeigt sie sich als stilistisches Chamäleon an den Tasten.

Warum hören?

Das Besondere an "When do we dance?" ist die musikalische Vielfalt. Nur wenige Klavier-Alben sind so bunt, so abwechslungsreich. Die französische Starpianistin schöpft hier aus dem Vollen. Es macht einfach Spaß, ihr zuzuhören. Sie bewegt sich pianistisch auf allerhöchstem Niveau. Mit lässiger Eleganz lädt de la Salle zum Tanz und lässt zum Beispiel in Manuel de Fallas berühmtem "Feuertanz" auch mal die Funken sprühen.

Lise de la Salle: "When do we Dance"

Lise de la Salle spielt auf ihrem Album Klaviertänze aus Amerika, Argentinien, Spanien, Frankreich, Ungarn und Russland. Eine musikalische Weltreise im Dreiviertel-, aber auch im Vierviertel-Takt.

Cover: Lise de la Salle - When do we dance?,  Naive
Bild: Naive
Bild: Naive

3 Ein Album mit Gänsehaut-Potential von Allison Russell

Porträt der Musikerin Allison Russell mit geflochtenen Zöpfen
Die Kanadierin Allison Russell stellt ein sehr persönliches Album vor. Bild: Allison Russell | Marc Baptiste

Die Kanadierin Allison Russell ist Sängerin, Songwriterin, spielt gern Klarinette und Banjo. Sie tritt gemeinhin mit ihrem Ehemann als Duo "Birds Of Chicago" auf. Jetzt hat die Musikerin erstmals ein eigenes Album gemacht: "Outside Child" – "Außenseiter-Kind". Der Inhalt ist brisant und sehr persönlich. Ein Album mit Gänsehaut-Potential.

Wie klingt's?

Allison Russell hat mit "Outside Child" ein selbsttherapeutisches Album gemacht. Doch es geht darüber hinaus, denn ihr Sprechen kann Teil der Heilung auch für andere sein. Musikalisch findet Allison ein Idiom, das mal bluesgefärbt und oft gehobener Americana-Songkultur-Mix ist. In feinfühligen Arrangements, der sensiblen Thematik der Songs angemessen. Allison singt mit Intensität, spielt auch Klarinette, wie versunken. Man reist mit der Sängerin von Song zu Song, von der Dunkelheit zum Licht, manchmal auf Französisch. Sie begreift sich als Glied in einer Kette starker Frauen "of color", behütet und beschützt von den Vorfahren, inspiriert durch die Tiefe schwarzer Kultur. Das Persönliches Leid ihrer schweren Kindheit wird in Seelenstärke transformiert.

Warum hören?

Das Album endet mit einem leidenschaftlichen Aufruf vor allem an Frauen und junge Menschen, sich zu zeigen, die eigene Geschichte zu erzählen, damit die eigenen Narben nicht zum Gradmesser der eigenen Biographie werden, sondern Teil von etwas Größerem und Positiven. "Outside Child" ist ein Gänsehaut-Album, das Mut macht und sich einsetzt für eine bessere Welt. Allison Russell schenkt der Welt damit ihre Geschichte – vom Außenseiter-Kind zu einer selbstermächtigten und starken Frau.

Allison Russell: "Outside Child"

Der Inhalt des Albums "Outside Child" der Kanadierin Allison Russell ist brisant und sehr persönlich. Ein Album mit Gänsehaut-Potential.

CD-Cover von Allison Russell, Outside Child
Bild: Concorde Records (Universal Music)
Bild: Concorde Records (Universal Music)

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 18. Juni 2021, 8:40 Uhr