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Der Sonntagmorgen mit Katrin Krämer

Neue Alben Folk und Klassik aus Skandinavien

Ein schwedischer Teufelsgeiger, eine introvertierte Finnin und eine Indie-Band aus Norwegen: Die neuen Alben der Woche sind von Johan Dalene, Mirja Klippel und Benedikt. Unsere Musikredakteure Till Lorenzen, Harald Mönkedieck und Wilfried Schäper stellen sie vor.

1 Benedikt: Indie-Folk mit Hang zur Düsternis

Drei Frauen und fünf Männer stehen in einer grünen Umgebung.
Tagträumerische Melodien, düstere Texte: Zu hören auf dem neuen Album "Balcony Dream" der norwegischen Band Benedikt. Bild: Koke Plate

Seit sieben Jahren gibt es die Band Benedikt. Mit Banjo, Gitarre, Cello und Bass spielen die neun norwegischen Musikerinnen und Musiker sehr ruhigen Indie-Folk mit einem Hang zu ziemlich düsteren Texten. Das neue Album heißt "Balcony Dream".

Wie klingt's?

Die Musik von Benedikt erinnert an Singer/Songwriter-Klänge und traditionellen Folk. Aber Benedikt wollen auch mit gewissen Klangsicherheiten beim Hören brechen: Einige Songs verlassen gezielt das gelernte Schema von Strophe und Refrain. Dazu kommt eine enorme textliche Schwermut, die einen Kontrast zur manchmal sanften, manchmal fast beschwingten Musik schafft. Der zurückhaltende Gesang von Mastermind Hans Olav Settem ergänzt perfekt die Arrangements mit Cello, Banjo und Gitarre.

Warum hören?

Die große Stärke von Benedikt liegt in den vielen Kontrasten ihrer Musik. Fast tagträumerische Melodien treffen auf niedergeschlagene Texte. "Balcony Dream" ist ein mutiges Album, das in seiner Unaufdringlichkeit fesselnd wirkt.

Benedikt: "Balcony Dream"

"Balcony Dream" heißt das zweite Album der norwegischen Indie-Folk Band Benedikt: Ruhiger Indie-Folk mit einem Hang zu düsteren Texten.

Cover: Benedikt, Balcony Dream, Koke Plate
Benedikt: Balcony Dream Bild: Koke Plate
Bild: Koke Plate

2 Johan Dalene: skandinavische Kammermusik, gespielt von einem Spitzenkönner

Johan Dalene
Johan Dalene hat das Zeug, ein Jahrhundertgeiger zu werden, meint Musikredaktuer Wilfried Schäper. Der schwedische Geiger hat eine CD mit skandinavischer Kammermusik veröffentlicht. Bild: Mats Bäcker

Der schwedische Geiger Johan Dalene ist erst 20 Jahre alt, doch er gehört schon jetzt zu den herausragenden Virtuosen seiner Generation. Er ist "Rising Star" der Vereinigung Europäischer Konzerthäuser, "BBC New Generation Artist" und hat schon mit vielen der besten Orchester der Welt zusammengearbeitet. Auf seinem neuen Album spielt der junge Teufelsgeiger aus dem Norden zusammen mit dem norwegischen Pianisten Christian Ihle Hadland. "Nordic Rhapsody" ist der Titel des Albums mit zwei leidenschaftlichen Spitzenkönnern an Geige und Klavier.

Wie klingt's?

Wenn Johan Dalene das Presto aus Christian Sindings "Suite im alten Stil" spielt, werden Erinnerungen an die großen Geiger der Geschichte wach: Jascha Heifetz und Fritz Kreisler haben das Stück geliebt – beides Jahrhundert-Virtuosen und Legenden der Violine. Johan Dalenes Virtuosität ist unglaublich und unangestrengt, sein Vibrato geschmackssicher und sein Stilgefühl untrüglich. Das Repertoire des Albums "Nordic Rhapsody" ist intelligent und sehr reizvoll zusammengestellt. Es ist eine vielfarbige Reise durch die skandinavische Kammermusik mit Werken von Sinding, Sibelius, Grieg und Stenhammer.

Warum hören?

Es ist einfach unglaublich, wie dieser 20-Jährige mit seinem Instrument umgeht. Christian Ihle Hadland am Klavier und Dalene an der Violine sind ein echtes Dreamteam für die Musik Skandinaviens. Auf seinem erst zweiten Album hat man das Gefühl, dass hier ein potentieller neuer Jahrhundertgeiger spielt.

Johan Dalene: "Nordic Rhapsody"

Das Album des Schweden Johan Dalene sorgt mit seinem sehr reizvoll zusammengestellten Repertoire und einem jungen Meister an der Violine für Gänsehaut-Momente.

Cover: Johan Dalene, Christian Ihle Hadland, Nordic Rhapsody
Johan Dalene, Christian Ihle Hadland: Nordic Rhapsody Bild: BIS (Klassik Center Kassel)
Bild: BIS (Klassik Center Kassel)

3 Mirja Klippel: betörende Songs ohne Pathos

Mirja Klippel im Schnee.
Mirja Klippel hat für ihr zweites Album "Slow Coming Alive" sehr persönliche Songs eingespielt. Bild: Kim Wendt

Die finnische Sängerin und Songwriterin Mirja Klippel ist keine Unbekannte mehr in der Region. Durch ihre Live-Auftritte in Oldenburg oder beim Women in (e)motion-Festival 2019 gewann die introvertierte junge Frau aus Finnland neue Fans auch bei uns, mit leisen Songs der Empfindsamkeit. Jetzt erscheint ihr zweites Album "Slow Coming Alive".

Wie klingt's?

Der Ausdruck von Mirja Klippels Musik ist warm. Ihre intonationssichere Stimme erklingt in fein gesponnenen Arrangements, auf Basis vieler Saiteninstrumente wie Gitarren, Pedal Steel oder Streichertrio. Auch die Waldzither ist dabei. Drei Stücke auf diesem Album singt Mirja Klippel in ihrer finnischen Muttersprache. Es sind Texte, die sie offenbar schon als Jüngere geschrieben hat. Als Teil eines Integrationsprozesses findet die innere Emotionslandschaft mit der äußeren Landschaft der Vergangenheit zusammen.

Warum hören?

Mirja Klippel ist als Mensch schüchtern, als Musikerin introvertiert. Doch man hört dieses sehr konzentrierte zweite Album der Finnin nicht als verhuschtes Statement. Es klingt eher so, als ob Klippel noch offene emotionale Fragen und Rätsel in eigener Sache beantworten und lösen möchte. Aus diesem Zustand kontrollierter innerer Unruhe scheinen Songs und Musik zu kommen. Die Songwriterin braucht dabei kein Pathos und keine plakative Gefühsduselei, um zu betören. Klippel ist unterwegs zu sich. Sie holt auf diesem persönlichen Weg Verborgenes an die Oberfläche – und eine entsprechend sensible Hörerschaft mit an Bord.

Mirja Klippel: "Slow Coming Alive"

Die introvertierte Mirja Klippel gewinnt mit leisen Songs der Empfindsamkeit immer neue Fans. Jetzt erscheint ihr zweites Album "Slow Coming Alive".

Cover: Mirja Klippel, Slow Coming Alive
Mirja Klippel: Slow Coming Alive Bild: Stargazer Records (Broken Silence)
Bild: Stargazer Records (Broken Silence)

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 19. April 2021, 9:40 Uhr