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Der Samstagvormittag mit Julian Beyer

Neue Alben Rhiannon Giddens überzeugt mit emotionalem Folk

Autoren

Rhiannon Giddens mischt auf ihrem neuen Album Folk und Klassik und Nick Waterhouse überzeugt mit warmen Sounds aus den fünfziger und sechziger Jahren. Unsere Musikredaktion hat die interessantesten Neuerscheinungen dieser Woche ausgewählt. Simon Brauer und Harald Mönkedieck stellen sie vor.

1 Rhiannon Giddens mit kammermusikalischem Folk

Rhiannon Giddens während eines Auftritts (Archivbild)
Auf "Calling Me Home" beschäftigt sich Folkmusikerin Rhiannon Giddens auch mit ihren afrikanischen Wurzeln. Bild: DPA | Photoshot

Die Folkmusikerin Rhiannon Giddens ist in einfachen Verhältnissen bei den Großeltern in North Carolina aufgewachsen. Sie studierte Gesang an einer renommierten Musikhochschule. Heute ist Rhiannon Giddens ein Star der US-Roots-Szene. Und dass sie immer für Überraschungen gut ist, das beweist Giddens auf "Calling Me Home". Es ist das zweite Album mit ihrem italienischen Kreativ- und Lebenspartner Francesco Turrisi.

Wie klingt's?

Das Album entstand in Irland, der gemeinsamen Wahlheimat der US-Amerikanerin und des Italieners. Sie interpretieren zeitgenössische Musik so, als ob es sie schon immer gegeben hätte. Giddens hat einen intensiven Zugang zu allem, was sie singt – egal ob Tradition oder Moderne. Ihr Vibrato ist das einer ausgebildeten Sängerin, ihr Timbre ist warm, der emotionale Ausdruck tief. Man könnte das Repertoire dieses Albums inhaltlich als eine Art Meditation über den Zustand des Exils betrachten. Es ist Exil unter besonderen Bedingungen, denn niemand konnte die Pandemie und ihre Auswirkungen auf das Leben professionell reisender Musiker voraussagen. Die politisch wache Sängerin Giddens musste die "Black-Lives-Matter"-Proteste in ihrem Land aus der Ferne verfolgen. Sie singt jetzt auch einige alte Klassiker der Bürgerrechtsbewegung.

Als Tochter eines weißen Vaters und einer schwarzen Mutter ist die Erforschung eigener Identität und Zugehörigkeit ein Lebensthema. Giddens studierte intensiv afroamerikanische Geschichte, beschäftigte sich mit dem kulturellen Erbe versklavter Afrikaner, mit Songkultur, mit Opernliteratur.

Warum hören?

Giddens und Turrisi haben mit "Calling Me Home" ein herausragendes kammermusikalisches Folk-Album gemacht. Abermals stehen das bundlose afrikanische Banjo sowie die Stimme und Fiddle von Giddens im Mittelpunkt. Doch auch das Spiel von Perkussion, Akkordeon und mehr ist wichtig. Hinzu kommen Beiträge zweier Gastmusiker – afrikanische Gitarrenklänge und irisches Folk-Instrumentarium.

Rhiannon Giddens with Francesco Turrisi: "They´re Calling me Home"

Rhiannon Giddens ist ein Star der US-Roots-Szene. Ihr zweites Album mit ihrem Kreativ- und Lebenspartner Francesco Turrisi heißt: "They´re Calling me Home".

Audio vom 8. April 2021
Cover: Rhiannon Giddens, They´re Calling Me Home, Nonesuch (Warner)
Bild: Nonesuch (Warner)

2 Nick Waterhouse beschwört den Sound der Fünfziger und Sechziger

Nick Waterhouse während eines Auftritts in Köln (Archivbild)
Nick Waterhouse nimmt seine Alben am liebsten live auf. Bild: DPA | Eventpress Hoensch

Er gilt als der Bewahrer des klassischen "Rhythm & Blues": Der US-Amerikaner Nick Waterhouse beschwört den Sound der 50er und 60er Jahre. Er trägt alte Anzüge, spielt alte Gitarren, benutzt alte Studiotechnik – und klingt dabei trotzdem nicht altmodisch. Das neueste Album des 35-Jährigen Nick Waterhouse heißt "Promenade Blue".

Wie klingt's?

Wie die Vorgänger wurde auch das fünfte Studioalbum des Kaliforniers so weit wie möglich live eingespielt: Alle Musikerinnen und Musiker sind in einem Raum, die analoge Bandmaschine läuft. Nur so bekommt Waterhouse den warmen Sound, den er an alten Aufnahmen aus den 50er und 60er Jahren so schätzt. In den Songs besingt er die Höhen und Tiefen seines Lebens und seiner mehr als zehnjährigen Karriere: Geldsorgen, endlose Tourneen, ausufernde Aufnahme-Sessions, zerbrochene Liebschaften und verpasste Chancen.

Warum hören?

Rock‘n’Roll, rauer Rhythm & Blues, ein bisschen Jazz und früher Soul: Nein, ein neues musikalisches Genre erfindet Nick Waterhouse nicht gerade mit seinem Album "Promenade Blue". Aber es gelingt ihm wieder einmal, den alten Sound aufregend und lebendig klingen zu lassen. Ein hörenswertes Kunststück!

Nick Waterhouse: "Promenade Blue"

Der US-Amerikaner Nick Waterhouse gilt als der Bewahrer des klassischen "Rhythm and Blues" und klingt dabei auf "Promenade Blue" trotzdem nicht altmodisch.

Audio vom 9. April 2021
Cover: Nick Waterhouse, Promenade Blue, Innovative Leisure (Membran)
Bild: Innovative Leisure (Membran)

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 8. April, 15:40 Uhr