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Klassikwelt mit Wilfried Schäper

Neue Alben Ben Howard und John Smith mit frischem Sound aus Großbritannien

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Neues aus Großbritannien: Ben Howard experimentiert mit Soundcollagen und den Namen John Smith sollten sich Musikbegeisterte merken. Unsere Musikredaktion hat die interessantesten Neuerscheinungen dieser Woche ausgewählt. Harald Mönkedieck, Max Spallek und Wolfgang Stapelfeldt stellen sie vor.

1 Ben Howard mit überraschend frischen Sound

Ben Howard bei einem Konzert im Jahre 2019 (Archivbild)
Ben Howard legt mit "Collections from the whiteout" sein viertes Studioalbum vor. Bild: DPA | Photoshot/Retna

Singer/Songwriter Ben Howard hörte sich als Teenager durch die Plattensammlung seiner Eltern. Er entdeckt dort Joni Mitchell, Van Morrison und Nick Drake, lernte Gitarre zu spielen und schmeißt schließlich mit 22 Jahren die Uni, um sich voll und ganz der Musik widmen zu können. Die Rechnung ging auf: 2011 erobert er mit dem luftigen Folk seines Debütalbums "Every Kingdom" die britischen Charts und wird mit Platin- und Goldenen Schallplatten dekoriert, auch in Deutschland.

Wie klingt's?

Die Wurzeln von "Collections from the whiteout" liegen im Folk, werden aber auch durch Soundcollagen-Experimente und sanft elektronische Unterstützung erweitert und neu zusammengesetzt. Das liegt auch an den Gastmusikern – wie dem angesagten britischen Jazz-Schlagzeuger Yussef Dayes. Verantwortlich für diese stilistische Offenheit dürfte auch der Produzent des Albums sein: Aaron Dessner, der omnipräsente Gitarrist und kreative Motor der US-amerikanischen Band The National hat Ben Howards Sound nochmals geöffnet. Skizzenhafte Fragmente und Melodien finden genauso ihren Weg auf das Album, wie hübsch auskomponierte Popsongs. Obwohl die Instrumentierung recht konservativ aussieht, sind die Arrangements unorthodox und klingen überraschend frisch.

Warum hören?

Es fehlt den Songs an etwas Dringlichkeit und Leidenschaft, aber es klingt trotzdem alles gut. Es ist ein gut gemachtes Album; wenn auch ein wenig geschmacksneutral. "Collections from the whiteout" von Ben Howard ist wahrscheinlich ein Album des Übergangs, ein weiterer Schritt in Richtung Folk-Emanzipation. Man darf gespannt sein, in welche musikalischen Gebiete es den Musiker in den nächsten Jahren verschlagen wird.

Ben Howard: "Collections from the Whiteout"

2011 eroberte Ben Howard mit seinem Debütalbum "Every Kingdom" die britischen Charts. Jetzt erscheint sein neues Album: "Collections from the Whiteout".

Audio vom 29. März 2021
Cover: Ben Howard, Collections from the Whiteout, Island Records (Universal)
Bild: Island Records (Universal)

2 John Smith geht es um absolute Ehrlichkeit

John Smith bei einem Konzert im Jahre 2019 (Archivbild)
John Smith – ein gewöhnlicher Name, doch man sollte ihn sich merken. Bild: DPA | Photoshot/Retna

Wenn man als Brite den Allerweltsnamen "John Smith" hat, dann ist das nicht unbedingt optimal für eine Musikkarriere. Hört man aber die Stimme und die virtuose Gitarre des englischen Singer/Songwriters John Smith, dann vergisst man das ziemlich schnell. Sein neues Album heißt "The Fray".

Wie klingt's?

Auf dem neuen Album stand dem unerschütterlichen Optimisten Gastprominenz zur Seite: von Americana-Star Sarah Jarosz über The Milk Carton Kids bis Jazz-Gitarrenlegende Bill Frisell. Man produzierte im Studio von Peter Gabriel. Eine bewegte Stimme und eine brillante Akustikgitarre tragen die Songs von Smith. Der Brite ist ein Könner, ein Vollblut-Musiker. Es geht ihm um absolute Ehrlichkeit, um menschliche Verbindung. Denn das ist die wichtigste Erkenntnis aus der Krise: Niemand ist eine Insel, andere sind wichtiger als man vielleicht dachte.

Warum hören?

John Smith – ein gewöhnlicher Name, doch man sollte ihn sich merken. "The Fray" ist ein wunderbares, ein sehr emotionales Album. Die besten Songs darauf machen das Persönliche universell.

Sounds John Smith: "The Fray"

Auf seinem neuen Album "The Fray" hat der englische Singer-Songwriter John Smith Songs mit sehr persönlichen Hintergründen aufgenommen.

Audio vom 30. März 2021
Cover: John Smith, The Fray, Commoner Records (Membran)
Bild: Commoner Records (Membran)

3 Das Bremer Ensemble Volcania mit einem überzeugenden Debüt

Ensemble Volcania
Begegnungen sind ein zentrales Thema des Ensembles Volcania. Bild: Ensemble Volcania | Alfred Brandl

Begegnungen verschiedener Art – das ist das Anliegen des jungen Bremer Ensembles Volcania. Begegnungen von Stimmungen, von Musik alter und neuer Zeit – und zwischen den Menschen, die auf der Bühne Musik machen. Jetzt ist das Debütalbum "Villa Vivaldi" des Ensembles erschienen, das von der Blockflötistin Elisabeth Champollion geleiteten wird.

Wie klingt's?

Es ist eine faszinierende Hausbesichtigung, die wir da vornehmen. Sie wird von einem agilen, klangsicheren und engagierten Ensemble Volcania getragen. Werke von Vivaldi, wie beispielsweise das wohl berühmteste Flötenkonzert mit dem Titel "La notte – Die Nacht", werden ergänzt durch moderne Auftragswerke wie "Traité des passions" von Moritz Eggert und "Villa Vivaldi" von Mark Scheibe.

Warum hören?

Das Ensemble Volcania interpretiert die Kompositionen virtuos und mit hörbarer Spielfreude. Wir baden nicht nur in den Klangfreuden des italienischen Barock, für die Antonio Vivaldi steht wie kaum ein anderer, sondern wir spüren auch das Nächtliche, das Dunkle und Verborgene.

Ensemble Volcania: "Villa Vivaldi"

Mit "Villa Vivaldi" unternimmt man eine faszinierende musiklaische Hausbesichtigung mit einem klangsicheren und engagierten Ensemble Volcania.

Audio vom 31. März 2021
Cover: Ensemble Volcania, Villa Vivaldi, Perf. Noise (Harmonia Mundi)
Bild: Perfect Noise (Harmonia Mundi)

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 29. März 2021, 14:40 Uhr