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Der Vormittag mit Julia Meichsner

Neue Alben Musiker Jon Batiste verarbeitet US-amerikanische Geschichte

Autoren

Jon Batiste feiert die Gemeinschaft und möchte Brücken bauen, das Boulanger Trio widmet sich der Schülerschar von Nadia Boulanger und Valerie June betritt mit modernem R'n'B und elektronischen Klängen Neuland. Unsere Musikredaktion hat die interessantesten Neuerscheinungen dieser Woche ausgewählt. Simon Brauer, Harald Mönkedieck und Wilfried Schäper stellen sie vor.

1 Neues von der Ausnahmeerscheinung Jon Batiste

Jon Batiste auf der Bühne am Piano.
Jon Batiste wuchs als Spross einer Musiker-Dynastie in New Orleans auf. Bild: Imago | MediaPunch

Als Bandleader in der "Late Show" von Polit-Comedian Stephen Colbert ist er eine prominente Person im US-amerikanischen Fernsehen. Als Musiker ist der afroamerikanische Pianist, Komponist und Sänger Jon Batiste eine Ausnahmeerscheinung. Als Spross einer berühmten Musiker-Dynastie aus New Orleans möchte er mit dem Schatz seines Erbes eine neue Art von "Gemeinschaftsmusik" feiern und Brücken bauen.

Wie klingt's?

Jon Batiste liefert auf "We are" eine Synthese aus vielen seiner musikalischen Interessen, zusammengesetzt aus zahlreichen Aspekten US-amerikanischer Musikgeschichte. Man hört dabei viele verschiedene Klänge und Stimmen, die sich zu einem neuen Ganzen zusammenfügen – ein Schmelztiegel mit vielen Facetten. Auch Protest ist zu hören –"soulful" und mit tiefer Resonanz.

Warum hören?

"We Are" ist ein Album, das auch außerhalb des engeren historischen Kontextes funktioniert. Es geht zwar auch um Entertainment, doch dahinter steht Grundlegendes: "Die Tiefe der Menschen und ihrer Talente ist unser größter nationaler Schatz", sagt Batiste, "doch wir schließen viele aus — wegen ihrer Hautfarbe, rauben ihnen damit Möglichkeiten. Dieses Denken möchte ich demontieren."

Jon Batiste: "We Are"

Der afroamerikanische Pianist, Komponist und Sänger Jon Batiste ist eine Ausnahmeerscheinung und verkörpert große amerikanische Musikgeschichte.

Audio vom 22. März 2021
Cover: Jon Batiste, We Are
Jon Batiste: We Are Bild: Verve (Universal Music)

2 Das Boulanger Trio macht bunte, vielseitige Kammermusik

Die drei Damen vom Boulanger Trio mit ihren Instrumenten.
Karla Haltenwanger, Birgit Erz und Ilona Kindt bilden das Boulanger Trio. Bild: Nikolaj Lund

Was haben Astor Piazzolla, Leonard Bernstein, Philip Glass und Quincy Jones gemeinsam? Sie alle waren Schüler der legendären Pädagogin Nadia Boulanger in Paris. Sie war wohl die einflussreichste Musiklehrerin im 20. Jahrhundert. Das Boulanger Trio hat sich nach Nadia Boulanger und ihrer jung gestorbenen Schwester Lili benannt und gehört inzwischen zu den profiliertesten Kammermusik-Gruppen in Deutschland. Zum 15-jährigen Bestehen des Ensembles erscheint das neue Album "Teach me!".

Wie klingt's?

Das Trio ist in der Neuen Musik genauso zu Hause wie im klassisch-romantischen Repertoire. Diese stilistische Vielseitigkeit ist auch Markenzeichen der neuen Platte des Boulanger Trios. Die Idee, ein Album mit Musik der Schüler von Nadja Boulanger zu machen, passt einfach. Sie präsentieren Musik von Leonard Bernstein, Philip Glass oder auch Quincy Jones. Nur selten ist Kammermusik derart bunt und vielseitig wie hier.

Warum hören?

Die ausgewählten Komponisten kommen stilistisch aus ganz verschiedenen Ecken. Das Spektrum reicht von Minimal bis Musical. Dabei bewegt sich das Ensemble souverän zwischen E- und U-Musik, zwischen amerikanischer Avantgarde und argentinischem Tango. Eine tolle Platte für Kammermusik-Fans ohne Scheuklappen und mit offenen Ohren.

Boulanger Trio: "Teach me!"

Zum 15-jährigen Bestehen hat das Boulanger Trio ein Album mit Musik einiger Schüler von Nadja Boulanger aufgenommen – eine legendäre Musiklehrerin.

Audio vom 24. März 2021
Cover: Boulanger Trio, Teach me! The students of Nadia Boulanger
Boulanger Trio: Teach me! The students of Nadia Boulanger Bild: Berlin Classics (Edel)

3 Valerie June liefert mutigen, modernen Soul

Musikern Valerie June bei einem Auftritt (Archivbild)
Valerie June geht mit ihrem Album neue Wege. Bild: DPA | NurPhoto/Mairo Cinquetti

Wie keine andere verbindet die in Tennessee aufgewachsene Valerie June die amerikanischen Genres Folk, Country und Soul und holt sie in die Gegenwart. Ihr neues Album heißt "The moon and stars: Prescriptions for dreamers".

Wie klingt's?

Bislang war auf den Alben von Valerie June alles handgemacht und eindeutig amerikanische Roots-Musik, also Country, Bluegrass, Folk, Gospel und Soul. Diese Roots sind immer noch zu hören. Auf ihrem neuen Album experimentiert Valerie June aber auch mit modernem R'n'B und mit elektronischen Klängen: sie findet Platz für kleine Gedichte, Vogelgezwitscher und Meditationen, aber auch afrikanische Polyrhythmik wie im Song "You and I".

Warum hören?

Ein Album, wie man es sich gern verschreiben lässt: Auch wenn "The moon and stars: Prescriptions for dreamers" stellenweise ein bisschen zu esoterisch klingt, so ist Valerie June doch ein mutiges, modernes und ergreifendes Soul-Album gelungen. Die Geschichte der amerikanischen Roots-Musik wird von Valerie June einfach weitergeträumt.

Valerie June: "The Moon and Stars..."

Valerie June ist ein mutiges, modernes und ergreifendes Soul-Album gelungen. Ein Album, wie man es sich gern verschreiben lässt.

Audio vom 25. März 2021
Cover: Valerie June, The Moon and Stars –Prescriptions for Dreamers
Valerie June: The Moon and Stars –Prescriptions for Dreamers Bild: Concord Records (Universal Music)

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 22. März 2021, 11:40 Uhr