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Die Nacht

Neue Alben Singer-Songwriterin Ani DiFranco feiert die Individualität

Autor

David Gray bietet Stoff für nachdenkliche Abende, The Weather Station singen gegen Ignoranz an und Ani DiFranco feiert die Individualität. Unsere Musikredaktion hat die interessantesten Neuerscheinungen dieser Woche ausgewählt. Unsere Autoren Eva Garthe und Harald Mönkedieck stellen sie vor.

1 David Gray überrascht mit einem kleinen Meisterwerk

David Gray auf der Bühne.
David Gray neues Album heißt "Skellig". Bild: DPA | Photoshot

Sein Erfolgs-Album "White Ladder" war eines der populärsten britischen Pop-Alben der Neunziger. Songs wie "Babylon" oder "Sail Away" gehören zum Pop-Kanon dieses Jahrzehnts. Gut zwanzig Jahre später erscheint mit "Skellig" das wohl überraschendste Album in der Karriere von David Gray. Betitelt ist es nach einer kleinen Felseninsel vor der irischen Westküste. Das Album bietet musikalischen Stoff für einen nachdenklichen Abend am heimischen Kamin.

Wie klingt's?

Gray nahm die zum Teil schon länger existierenden Songs des Albums im Studio seines Freundes Edwyn Collins in schottischer Abgelegenheit auf. David Gray selbst klingt auf diesem Album etwas anders als zuvor – zurückhaltender, in sich gekehrter, weniger scharf. Ein wichtiges musikalisches Stilmittel sind Dreier-Takte in verschiedenen Varianten. Sie geben dem Album etwas Rollendes, Vereinheitlichendes und Rundes. Alles gestaltet sich in ruhiger und gleichmäßig fließender Bewegung.

Warum hören?

David Gray hat mit seinem zwölften Studio-Album ein kleines Meisterwerk abgeliefert. Einen Song-Zyklus, der ruhig, gelassen und textlich assoziationsreich einen bedeutsamen Zustand der Gegenwart verhandelt: Die Sehnsucht nach einer erfüllten Innerlichkeit, in neuer Gemeinschaft mit anderen. Dass dieses Album schon vor der Pandemie entstand, ist ein erstaunlicher Zufall. Als hätte der Künstler die Not antizipiert.

David Gray: "Skellig"

Das Album "Skellig" von David Grays bietet musikalischen Stoff für einen nachdenklichen Abend am heimischen Kamin.

CD-Cover: David Gray, Skellig
David Gray: Skellig Bild: Laugh a Minute Records (Rough Trade)
Bild: Laugh a Minute Records (Rough Trade)

2 The Weather Station singen gegen Ignoranz an

Tamara Lindeman von The Weather Station.
Tamara Lindemann ist das Mastermind hinter The Weather Station. Bild: Starkult Promotion | Jeff Bierk

Es erscheint viel gute Folkmusik in Kanada. Das ist eine mögliche Erklärung dafür, dass The Weather Station hierzulande noch als Geheimtipp gehandelt werden. 2009 erschien bereits ihr erstes Album, damals noch sehr erdig und mit viel Banjo. Der mit Artrock fusionierte Folk ihres zuletzt veröffentlichten, selbstbetitelten Albums hat den Weg geebnet für das neueste Werk "Ignorance".

Wie klingt's?

Tamara Lindemann ist das Mastermind hinter The Weather Station. Was nämlich nach einer Band klingt, ist es in Wahrheit nur bedingt. Lindeman schreibt alle Songs selbst, arrangiert und produziert. Nur für die Aufnahmen und Konzerte sind andere Musiker beteiligt. Das Album ist aus einer Phase der politischen Weiterbildung entstanden. Tamara Lindeman las viele Büchern und Texten über den Klimawandel. Parallel besuchte sie Bürgerversammlungen und Fridays-for-Future-Demonstrationen und moderierte eine Gesprächsreihe über die Klimaproblematik in ihrer Heimat Toronto. Diese Eindrücke und neuen Erkenntnisse sind in ihr neues Album mit eingeflossen.

Warum hören?

Obwohl ihre Songs voller Sorge sind – dazu tanzen oder zumindest mit dem Fuß wippen kann man sehr wohl. Ganz im Gegensatz zu ihren früheren Alben, die deutlich in der ruhigeren Folk-Tradition verwurzelt waren. Für "Ignorance" hat Tamara Lindeman ein für sie neues Klanguniversum betreten. Zum ersten Mal geht sie in der Verwendung von Synthesizern, Percussion und Streichern auf – und bewegt sich fingerschnippend Richtung Disco. Tamara Lindeman gelingt das Kunststück, dass ihre Songs eine absolute Dringlichkeit vermitteln, dabei aber nicht stressig oder anstrengend wirken. So macht das Antreten gegen Ignoranz Spaß.

The Weather Station: "Ignorance"

The Weather Station aus Kanda gelten hierzulande noch als Geheimtipp. Auf ihrem neuen Album "Ignorance" gehen sie jetzt Wege außerhalb der Folk-Musik.

CD-Cover: The Weather Station, Ignorance
The Weather Station: Ignorance Bild: Fat Possum (Membran)
Bild: Fat Possum (Membran)

3 Ani DiFranco riskiert Neues

Ani DiFranco bei einem Aufritt im Jahre 2017 (Archivbild)
Ani DiFranco ist eine verehrte Ikone der US-Singer/Songwriter-Szene. Bild: Imago | Zuma Wire

Ihr Europa-Debut feierte sie 1994 beim Women-in-Emotion-Festival in Bremen. Heute ist die US-Amerikanerin Ani DiFranco eine verehrte Ikone der US-Singer/Songwriter-Szene. Nicht nur aufgrund ihrer vielen intensiven und wortgewaltigen Songs, auch aufgrund der kompromisslos unabhängigen, ehrlichen, und immer wieder eminent politischen Ausrichtung ihrer Musik. "Revolutionary Love" heißt das neue Album.

Wie klingt's?

Ani DiFranco riskiert auch auf diesem Album Neues. Ihre Ur-Prägung war einst Folk und Punk, später kamen Jazz und schwarze Musik hinzu. Sie traf sich in der Pandemie mit neuen Musikern, produzierte in neuer Umgebung, fern ihrer Wahlheimat New Orleans. Gelegentlich schimmern Einflüsse schwarzer Idole wie Curtis Mayfield etwas durch. Ani DiFranco ist aber vor allem eine große Individualistin – als Sängerin und Musikerin, vor allem als Songwriterin.

Warum hören?

"Revolutionary Love" ist ein weiteres Kapitel in einem Songbook, das sich um kommerzielle Erwägungen nicht viel schert. Jedes DiFranco-Album ist dabei wie ein Landschaftsbild des emotionalen Terrains ihres Lebens. Die Reise für Ani DiFranco geht weiter, mit neuen Erkenntnissen und frischer Energie.

Ani DiFranco: "Revolutionary Love"

Ihre intensiven und wortgewaltigen Songs haben Ani DiFranco zu einer verehrten Ikone der US-Singer-Songwriter-Szene gemacht.

Cover: Ani DiFranco, Revolutionary Love, Righteous Babe Records
Bild: Righteous Babe Records
Bild: Righteous Babe Records

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 1. März 2021, 9:40 Uhr