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Der Vormittag mit Britta Lumma

Neue Alben Zeitloser Pop von Deacon Blue und Karen Matheson mit schottischem Folk

Zeitloser Pop von Deacon Blue, schottischer Folk-Pop von Karen Matheson und Barockmusik, interpretiert vom norddeutschen Barockensemble "La festa musicale". Unsere Musikredaktion hat die interessantesten Neuerscheinungen dieser Woche ausgewählt und unsere Autoren Max Spallek, Harald Mönkedieck und Wolfgang Stapelfeldt stellen sie vor.

1 Zeitlose schottische Popmusik von Deacon Blue

Sechs Personen der Band Deacon Blue.
Deacon Blue haben mit "Riding on the Tide of Love" zum Glück keine weinerliche Lockdown-Platte produziert, sagt Musikkritiker Max Spallek. Bild: TOPM

Anfang letzten Jahres erschien mit "City Of Love" das zehnte Studioalbum von Deacon Blue. Die Band brannte darauf, diese überschwängliche Musik auf den Bühnen Europas live zu präsentieren. Wie wir wissen, kam es anders. Die Welt ging in den Lockdown, Musikerinnen und Musiker blieben zu Hause. Und Deacon Blue produzierten einfach weiter. Das Ergebnis: Das neue Album "Riding on the Tide of Love".

Wie kling's?

Deacon Blue bieten mit "Riding on the Tide of Love" zeitlose Popmusik. Es gibt zwar keine Überraschungen, dafür aber solide Kompositionen, die mit ihrem klassischen Aufbau angenehm auffallen. Die Produktion verliert sich manchmal etwas zu sehr in riesigen Hallräumen und überlebensgroßen Refrains; auf der anderen Seite gibt es aber auch ruhige Deacon Blue-Momente, die diese urtypische schottische Sehnsucht in Töne gießt.

Warum hören?

"Riding on the Tide of Love" ist zum Glück keine weinerliche Lockdown-Platte geworden. Mit festem Schritt gehen Deacon Blue durch diese Zeit und nehmen uns auf diese Wanderung mit.

Deacon Blue: "Riding on the Tide of Love"

Mit ihrem aktuellen Album "Riding on the Tide of Love" hat die schottische Band "Deacon Blue" zeitlose Popmusik kreiert.

Audio vom 5. Februar 2021
CD-Cover: Deacon Blue, Riding on the Tide of Love
Deacon Blue: Riding on the Tide of Love Bild: Earmusic


2 Karen Matheson mit bewegendem Folk-Pop

Karen Matheson
"Still Time" heißs das neue Soloalbum der schottischen Musikerin Karen Matheson. Bild: Robert Macfadzean


Die Folk-Szene Schottlands hat vieles zu bieten: Immer wieder neue Talente und junge Virtuosen, aber auch diejenigen, die seit Jahrzehnten dabei sind – wie die schottische Folk-Künstlerin Karen Matheson. Mit der Band "Capercaillie" wurde sie in den 1980er Jahren bekannt; jetzt hat die Musikerin aus Glasgow solo gearbeitet für ihr Album "Still Time".

Wie klingt's?

Matheson hat eine warme Stimme, die sie oft zurückhaltend einsetzt. Mit dieser Haltung erreicht sie immer wieder atmosphärische Intimität und Zugewandtheit. Sie will nicht beeindrucken, sondern bewegen. Stille wohnt im Kern dieser Art von Folk-Pop, die schottische Landschaft und Tradition ebenso.

Warum hören?

Karen Matheson legt mit "Still Time" ein schönes und unspektakuläres Album vor. Ihre Qualität als Sängerin ist bekannt; im Ausdruck ist die Schottin sogar noch eine Spur tiefer geworden. "Still Time" – die Zeit vergeht und scheint dennoch eigentümlich still zu stehen. Musik wie diese hilft dabei, diesen besonderen Zustand der Gegenwart zu bereichern und erträglicher zu machen.

Karen Matheson: "Still Time"

Die Folk-Szene Schottlands hat vieles zu bieten – unter anderem die Sängerin Karen Matheson, die jetzt ihr Soloalbum "Still Time" herausgebracht hat.

Audio vom 4. Februar 2021
Cover: Karen Matheson, Still time, Compass (H
Bild: Compass (H'Art)

3 Barock entdecken mit dem Ensemble "La festa musicale"

Musikerinnen und Musiker mit klassischen Instrumenten in einem Raum mit Kronleuchter.
Alte Musik, neu entdeckt: Das Ensemble La festa musicale spielt Musik des Barock-Komponisten Francesco Venturini. Bild: La Festa Musicale | Jérome Gerull


Zur Zeit des Hochbarock wurde die deutsche Barockszene vor allem von Bach, Händel und Telemann beherrscht. Der Name Francesco Venturini lässt uns eher an Italien denken, doch auch in Deutschland hat er seine Spuren hinterlassen. Ihn zu entdecken, dabei hilft eine neue CD, des Labels "audite" in Kooperation mit Radio Bremen: Konzerte von Francesco Venturini mit dem norddeutschen Barockensemble "La festa musicale".

Wie klingt's?

Ganz so italienisch, wie es der Titel des Albums und der Name des Ensembles vermuten lassen, geht es nicht zu. Francesco Venturinis Lebensmittelpunkt war von mindestens 1698 bis zu seinem Tod 1745 die Stadt Hannover. Der dort angesiedelte Welfenhof war damals ein kultureller Mittelpunkt. In Sachen Musik bevorzugte man in jenen Jahren die französische Kunst, was auch Venturini nützte, der als Komponist den italienischen Stil mit dem französischen verband.

Warum hören?

Musik, die es vorher auf einer CD nicht zu hören gab – ein Ausschnitt aus dem Concerto Nr. 11 von Francesco Venturini. Gespielt von einem Ensemble, das erst vor sechs Jahren gegründet wurde, aber sich sehr schnell mit seiner Interpretation Alter Musik einen Namen gemacht hat.

La festa musicale: "Venturini: Concerti da camera"

"La festa musicale" sind offizielle Partner der Unesco-Musikstadt Hannover und machen uns auf klangschöne Weise vertraut mit der Musik von Francesco Venturini.

Audio vom 3. Februar 2021
Cover: Francesco Venturini: Concerti
La Vesta Musicale: Francesco Venturini: Concerti Bild: Audite

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 4. Februar 2021, 11:40 Uhr.