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Der Sonntagnachmittag mit Julian Beyer

Was wir lesen Herbstblues – 5 Bücher gegen die graue Stimmung

Autorin

Herbstblues Teaserbild
Das Laub fällt, es wird nicht richtig hell und früh wieder dunkel: Da kann ein gutes Buch die Rettung des Tages sein. Bild: Collage Radio Bremen/ Sabina Weinrich

Es ist kalt, regnerisch und grau: Das Wetter im Herbst kann sich auch auf die Stimmung auswirken. Was da hilft: Sich einmuckeln zuhause. Ab in die Wärme mit einem guten Buch. Hier sind ein paar Vorschläge, welches es sein könnte.

1 Volha Hapeyeva, "Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils": Poesie als Heimat

Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils
"Die Verteidigung des Poesie in Zeiten dauernden Exils", Verbrecher-Verlag, Hardcover, 72 Seiten, 14 Euro. Bild: Verbrecher/ Collage Radio Bremen/ Sabina Weinrich

Es ist Sommer 2020, Belarus bereitet sich auf eine Präsidentschaftswahl vor und ein Interview mit Volha Hapeyeva zu ihrem neuen Gedichtband wird mit dieser Begründung abgelehnt: es sie nicht die Zeit für Poesie. Die im Exil lebende Hapeyeva kann das nicht so hinnehmen, zu viel bedeutet ihr die Poesie, sie ist ihre ständige Begleiterin, ihre Heimat in der Heimatlosigkeit. Volha Hapeyeva ist umgeben von Worten und Poesie, sie schreibt, dichtet und übersetzt aus dem Englischen, Deutschen, Chinesischen und Japanischen. In einem Essay erklärt die belarussische Dichterin und Übersetzerin warum Poesie Leben retten kann. Und warum die Poesie ihr Zuhause ist, gerade in diesen Zeiten.

Warum sich das Lesen lohnt

Der schmale Band enthält Volha Hapeyevas Kurztext "Die Verteidigung der Poesei in Zeiten dauernden Exils", der mit dem Ulrike Crespo-Literaturpreis für kritische Kurztexte 2022 ausgezeichnet, drei Gedichte der Lyrikerin sowie ein Interview mit Hapeyeva. Ein wunderbarer Einstieg in die Welt von Hapeyevas Poesie.

2 Gerhard Kromschröder und Till Kaposty-Bliss (Hrsg.), "Teuflische Jahre. Pardon": Lachen ausdrücklich erlaubt

Teuflische Jahre
Gerhard Kromschröder und Till Kaopsty-Bliss (Hrsg.): „Teuflische Jahre. Pardon. Die deutsche satirische Monatsschrift 1962-1982, Katalog zur Ausstellung in Frankfurt“. 208 Seiten, 25 Euro. Bild: Pardon/ Collage Radio Bremen/ Sabina Weinrich

Die erste Ausgabe der Zeitschrift PARDON wurde 1962 von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt, doch das hat die Herausgeber der Satirezeitschrift nicht abgeschreckt. "Mehr Sauerstoff ins Gehirn" sollte die Zeitschrift bringen, die monatlich erschien. Zeitweise war PARDON die größte Satirezeitschrift Europas, Erich Kästner publizierte und zeichnete hier, Loriot gestaltete das erste Titelblatt. PARDON war die kritische Instanz in der Republik, bis es 1982, nach internen Diskussionen über den Kurs der Zeitschrift, schließlich eingestellt wurde. Pünktlich zum 60. Geburtstag gibt es im Caricatura Museum in Frankfurt eine Jubiläumsausstellung. Der Katalog zur Ausstellung, herausgegeben von Gerhard Kromschröder und Till Kaposty-Bliss enthält 250 Illustrationen und alle Cover von 1962 bis 1982.

Warum sich das Lesen lohnt

Ein graphischer Augenschmaus für alle Satire-Freunde. Die Zeitschrift sollte Farbe in die "verkrusteten Verhältnisse" der Adenauer-Ära bringen. Der Katalog versetzt die Leserinnen und Leser zurück in diese Zeit, wobei "mehr Sauerstoff im Gehirn" auch heute nicht schaden kann.

3 Tanja Esch, "Boris, Babette und lauter Skelette": Viel Lärm um ein Haustier

Boris, Babette und lauter Skelette
Tanja Esch: „Boris, Babette und lauter Skelette“, Kibitz-Verlag, 160 Seiten, 20 Euro. Empfohlen ab 8 Jahren. Bild: Kibitz/ Collage Radio Bremen/ Sabina Weinrich

Boris hat ein Geheimnis. Nein, eigentlich gleich mehrere. Er hütet Babette, das mysteriöse Haustier einer Nachbarin, denn Babette ist gelb, läuft auf zwei Beinen, mag Flips und Fernsehen. Boris‘ Eltern, die Mutter vielbeschäftigt und der Vater mit seinem extremen Sauberkeitsfimmel, sollen von Babette nichts bekommen. Als sich herausstellt, dass Babette auch noch sprechen kann und ständig auf der Suche nach gruseligen Dingen ist, ist das Chaos komplett. Boris erhält unerwartet Hilfe von seinem Großvater, der Tierpräparator ist, und seinen Freund:innen. Wird Babette bei Boris bleiben dürfen? Und ist es überhaupt wichtig, dass niemand genau weiß, was Babette für ein Tier ist und wo sie eigentlich hingehört? 

Warum sich das Lesen lohnt

Die Illustratorin und Comiczeichnerin Tanja Esch erzählt mit viel schrägem Humor die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, die charmanten und liebenswerten Figuren scheint nichts aus der Bahn zu werfen. Ein Graphic Novel zum Schmunzeln und Schmökern, nicht nur für kleine Leserinnen und Leser.

4 Ghazi Rabihavi, "Söhne der Liebe": Wenn Liebe zum Verhängnis wird

Söhne der Liebe
Ghazi Rabihavi, Söhne der Liebe. Aus dem Persischen übersetzt von Gorji Marzban und Thomas Geldner, sujet Verlag, 500 Seiten, 26,80 Euro. Bild: Sujet Verlag/ Collage Radio Bremen/ Sabina Weinrich

Nadji und Djamil wachsen im Iran auf, in einem Dorf im Mündungsgebiet mehrerer großer Flüsse. Djamil ist der einzige Sohn eines wohlhabenden Mannes, Nadji dagegen Kind armer Grasschneider. Ihre Liebe, im Iran zu Zeiten der islamischen Revolution, ist nicht nur verboten, sie kann für die jungen Männer lebensgefährlich sein. Nadji und Djamil wollen überkommende Traditionen und Rollenklischees brechen, sie fliehen zuerst in die nächstgrößere Stadt und dann in ein Nachbarland und geraten auch dort in einen Sumpf von Polizeigewalt, Folter und Ausbeutung. Der im Exil lebende Autor Rabihavi nimmt die Leserinnen und Leser mit in ein anderes Iran, wobei Themen wie die Ausgrenzung bestimmter Randgruppen und der Umgang mit Andersdenkenden weiterhin aktuell sind.

Warum sich das Lesen lohnt

Ein dichter Roman, der ungewöhnliche Einblicke in ein anderes Iran erlaubt.

5 Torsten Sträter u.a., "Vom Buffet der guten Laune nehm ich die sauren Gurken": humorvoll über Depressionen sprechen

Vom Buffet der guten Laune nehm ich die sauren Gurken
Torsten Sträter u.a.: Vom Buffett der Guten Laune nehm ich die sauren Gurken. Lappen Verlag, 128 Seiten, 18 Euro. Bild: Lappan/ Collage Radio Bremen/ Sabina Weinrich

Kann man, darf man über Depressionen lachen? 30 Künstlerinnen und Künstler aus der Humorszene zeigen, wir gut das geht. In Texten, Comics und Illustrationen rechnen sie mit der Krankheit ab, die manche Menschen ständig begleitet, manchmal bitterböse, manchmal sehr persönlich aber immer mit Humor. So beschreibt die Moderatorin und Autorin Kathrin Fricke sehr eindrücklich wie es sich anfühlt, wenn depressive Verstimmungen schon im Kindesalter auftauchen. Autorinnen und Autoren und Künstlerinnen und Künstler reden offen über ein Tabuthema, zeigen, dass Humor zwar keine Depressionen heilen, aber zumindest eine schwere Krankheit zugänglicher und verständlicher für nicht-Betroffene machen kann. Mit Beiträgen von Sarah Andersen, Sabine Bode, Schlecky Silberstein, Nico Semsrott und Torsten Sträter.

Warum sich das Lesen lohnt

Ein wirklich gelungenes und unterhaltsames Buch über ein schwieriges Thema.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 5. Oktober 2022, 09:38 Uhr