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Der Sonntagnachmittag mit Julian Beyer

Im Porträt Wie dieser Bremer seine Fluchterfahrungen nutzt, um anderen zu helfen

Autorin

Seedy Saidykhan
Setzt sich gerne für anderen ein: Seedy Saidykhan. Bild: Liselotte Scheewe/ Radio Bremen

Lieblingsmenschen – das sind Alltagshelden, die Besonderes leisten oder mit ihrer Art ihr Umfeld bereichern. Seedy Saidykhan ist so ein Mensch. Er unterstützt geflüchtete Jugendliche, die ohne Familie nach Deutschland gekommen sind. Er hat selbst erlebt, wie es sich anfühlt, allein in ein anderes Land zu kommen. Mit 14 Jahren flüchtete er aus Gambia und kam über Libyen und Italien als 16-Jähriger nach Deutschland.

Seedy Saidykhan

Lieblingsmensch Seedy Saidykhan

Seedy Saidykhan hilft Jugendlichen dabei, hier ihren Weg zu gehen und auch, wenn es mal schwer ist, nicht aufzugeben.

Bild: Liselotte Scheewe/ Radio Bremen

Eine Situation kennt Seedy Saidykhan sehr gut: "Wenn ich nach Hause komme alleine, ohne Familie, keinen habe, dann kommen diese ganzen Gedanken, ob ich hier Möglichkeiten habe, dieser ganze Stress", erzählt er. Denn das hat er erlebt und sich durchgekämpft.

Seedy Saidykhan kam mit 16 Jahren allein nach Deutschland, machte in neun Monaten einen Schulabschluss und danach eine Ausbildung. Dabei war das Wichtigste für ihn, selbst mental stark zu sein. "Es wird immer schwer, egal was, aber irgendwann wird es Tage geben, wo du superglücklich bist, egal was andere Leute sagen. Auch wenn sie sagen, du schaffst das nicht, du schaffst das", sagt der 23-Jährige.

Erfahrungswerte weitergeben

Diese Gedanken und Erfahrungen möchte er an andere Jugendliche weitergeben, denen es genauso geht. "Meine Konzentration ist Young People, die hier keine Familie haben, die keine Freunde hier haben. Denn die brauchen auch eine Hand", sagt er. Deshalb hat Seedy Saidykhan das Projekt "Buddies of Bremen" ins Leben gerufen. Dabei ist seine Idee, junge Menschen zu erreichen und zu ermutigen. Einmal im Monat treffen sich die 25 Jugendlichen deshalb, kochen und essen gemeinsam, gehen Tretboot- oder Schlittschuhfahren. "Der Sinn dabei ist, dass verschiedene Leute, Deutsche, Ausländer, aus dem Iran, aus Asien, aus Afrika, Amerika, egal woher, zusammenkommen und zusammen was machen. Und alle Leute, die da sind, sind super motiviert", erzählt Seedy Saidykhan.

Wenn man Happy Momente hat, also eine Stunde nur happy sein kann, das ist für die Migranten sehr besonders.

Seedy Saidykhan über die Situation junger Geflüchteten

Denn wenn die Jugendlichen glücklich und motiviert sind, dann klappt es auch schneller mit dem Ausbildungsplatz. „Wir haben sechs Leute, die dieses Jahr angefangen haben, eine Ausbildung zu machen. Und wir haben auch Leute dabei, die für das nächste Jahr schon einen festen Ausbildungsplatz haben.“ Bis dahin ist es nicht immer ein leichter Weg. Viele der Jugendlichen kennt Seedy Saidykhan schon lange. Er hilft bei den Papieren, aber vor allem macht er ihnen Mut. "Wenn man Happy Momente hat, also eine Stunde nur happy sein kann, das ist für die Migranten sehr besonders", sagt er.

Aufenthaltungsgenehmigung wegen Seedy Saidykhans Hilfe

Einer der Jugendlichen ist Abou Bah aus Gambia. Er kam als Teenager nach Deutschland und macht jetzt eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann. "Ich habe meine Aufenthaltsgenehmigung bekommen, alles wegen Seedy. Seedy hat mir geholfen, hat alles für mich gemacht, Papiere alles. Ich kann wieder meine Familie sehen, ich habe jetzt eine Arbeit", erzählt er.

Abou Bah und Freund
Abou Bah (links) und Seedy Saidykhan (rechts). Bild: Liselotte Scheewe/ Radio Bremen

"Dass man nicht direkt aufgeben muss. Das habe ich sogar vielleicht von Seedy gelernt. Dass er einfach im Leben nicht aufgibt. Alles was er machen will, das wird er machen. Sein großes Ziel ist es, Leuten zu helfen, ihre Ziele zu erreichen. Er ist ein toller Mensch, er ist ein richtig, richtig feiner Mensch", sagt Abou Bah.

Sie brauchen jemanden, der sich mit dir hinsetzt und sagt, ey, du bist gut, du kannst das.

Seedy Saidykhan über geflüchtete Jugendliche

Die Jugendlichen zu motivieren, das, glaubt Seedy Saidykhan, sei genau das, was sie brauchen. „Das ist manchmal nur ein kleines Wort, ein kleiner Satz, aber wer gibt ihnen das? Kein Papa, keine Mama, kein Bruder. Sie brauchen jemanden, der sich mit dir hinsetzt und sagt, ey, du bist gut, du kannst das. Aber die haben keinen, die denen sagen, ihr macht das gut. Und das ist genau das, was die brauchen und was fehlt in unserer Gesellschaft."

Er ist ein Vorbild, aber auch ein Freund. Wir sind sehr froh, dass wir ihn mit im Team haben.

Wiebke Riedel von Fluchtraum Bremen über ihren Kollegen Seedy Saidykhan

Seedy Saidykhan ist nah dran an den Jugendlichen, die nach Deutschland flüchten. Er erreicht sie über Social Media. Bei Facebook hat er über 28.000 Follower, seine Youtube-Show hat über 4000 Abonnenten. Neben seiner herzlichen, offenen Art, ist das für seine Kollegin Wiebke Riedel von Fluchtraum Bremen viel Wert. "Er hat einfach die Connections zu den jungen Menschen, die hier zu uns kommen, um nach Rat zu fragen. Ich würde sagen, er ist auch so ein Bindeglied und versteht natürlich auch die Bedarfe der jungen Menschen noch viel besser, als ich zum Beispiel, die keine Fluchterfahrungen gemacht hat und diese Erfahrung auch nicht teilen kann", sagt sie. Für die Jugendlichen sei Seedy Saidykhan ein Vorbild, aber auch ein Freund. "Wir sind sehr froh, dass wir ihn mit im Team haben", sagt Wiebke Riedel.

Auch in seiner Freizeit, ist Seedy Saidykhan für die Jugendlichen erreichbar. Das macht ihm nichts aus, weil seine Arbeit ihm auch viel zurückgibt. "Ich freue mich immer, wenn ich sehe, dass die Leute, die ich ein wenig unterstützt habe, es geschafft haben und es gibt Leute, die haben das wirklich geschafft, und das ist ein mega Gefühl das zu sehen."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 26. November 13:40 Uhr