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Der Morgen mit Anja Goerz

Ausstellung Figuren von Elisabeth Frink

"Man is an Animal"

Elisabeth Frink, Riace III, 1988, Bronze
Elisabeth Frink, Riace III, 1988, Bronze, The Trustees of the Janet Jammet Life Interest Trust, Photo © Jonty Wilde, courtesy Yorkshire Sculpture Park, VG Bild-Kunst, Bonn 2020 Bild: VG Bild-Kunst, Bonn 2020 | Jonty Wilde

Männer sind brutal und kämpferisch, bestimmt und geformt von Gewalt. Sie sind Diktatoren, Könige, Soldaten, Krieger – und prägen damit die gesamte Gesellschaft. So jedenfalls erzählt das die englische Bildhauerin Elisabeth Frink in ihren Werken, von denen das Bremer Gerhard-Marcks-Haus eine Auswahl zeigt. Die Ausstellung läuft noch bis zum 4. Juli 2021.

"Sie thematisiert Gewalt, ganz klar. Eine gewisse Machtbesessenheit und Brutalität im Mann, übertragen auch auf den Menschen", so fasst Veronika Wiegartz, die Kuratorin der Ausstellung, die Arbeiten der Bildhauerin Elisabeth Frink zusammen.

Die Künstlerin

Elisabeth Frink war die Tochter eines Soldaten, sie erlebte den Zweiten Weltkrieg als junges Mädchen mit. In vielen ihrer Werke fließt deshalb ihr Blick auf den Menschen als mächtiges, aber genauso zartes Wesen ein. Bis zu ihrem Tod 1993 hat sie sehr viele Plastiken geschaffen. Ihr Hauptaugenmerk galt Tieren, übergroßen Köpfen oder lebensgroßen Männern. Auf dem europäischen Festland ist die Bildhauerin weitgehend unbekannt.

Elisabeth Frink, Goggle Head, 1969, Bronze
Elisabeth Frink, Goggle Head, 1969, Bronze, The Ingram Collection of Modern British Art, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020 Bild: VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Bewegte Figuren

Jede Figur wirkt, als bewege sie sich. Da sind zum Beispiel die Riace-Krieger, die den Kern der Ausstellung bilden. Bei ihnen hat sich die Künstlerin von zwei griechischen Bronzefiguren inspirieren lassen, die 1972 vor der Küste der italienischen Stadt Riace gefunden wurden. Die Gesichter der vier Männerfiguren sind weiß angemalt, das lässt sie im Kontrast zu den ansonsten schwarzen Körpern bedrohlich wirken. Ihre Bronzeoberfläche ist rau und uneben. Einer von ihnen hat den Oberkörper leicht nach vorne gebeugt, die Arme sind angewinkelt, der Beine weit auseinander aufgestellt – ganz, als laufe er gerade. Und weil auch die drei anderen im Ausfallschritt stehen, fühlt man sich als Betrachterin ganz schnell von der Kriegertruppe eingekreist. Die Werken stellen kein exaktes Abbild eines Menschen dar, sondern sind eher als plastisches Ereignis zu verstehen.

Bekannte Männer der Geschichte

Elisabeth Frink greift auch auf bekannte Männer aus der Geschichte zurück: auf Richard III für die Figur "Dying King" oder auf den Apostel Judas für eine gleichnamige Plastik. Beide Skulpturen haben grob ausgeformte Gliedmaßen, ihre Gesichter sind nur angedeutet. Gesichter und Köpfe sind zentral in der Ausstellung.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 22. März 2021, 01:55 Uhr