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Sounds in concert mit Arne Schumacher

Die Morgenandacht Ich bin schon was

Die Morgenandacht Ich bin schon was

Eine Achtjährige wird gefragt, was sie einmal werden will. Empört antwortet sie: "Wieso? Ich doch doch was!" Pastorin Inge Kuschnerus plädiert für eine andere Sicht auf Kinder, die nicht erst etwas Besonderes werden müssen, sondern längst schon sind.

Audio vom 11. September 2021
Wolkenhimmel, dahinter Lichtstrahl
Bild: Pixabay
Bild: Pixabay

Informationen zum Audio

Eine Zirkusfamilie im Porträt. Die Kamera folgt den Eltern und ihren Kindern durch ihren Alltag. Vom Training am Morgen bis zu den Auftritten am Abend. Die Kinder sind bei allem dabei. Sie nehmen teil an den Auftritten der Eltern oder haben sogar eine eigene Nummer. Im Interview mit der ungefähr 8-jährigen Tochter beugt sich der Journalist zu dem Kind herunter und fragt: "Was möchtest du denn mal werden?" Das Kind schaut einen Moment verdutzt zu ihm auf und sagt dann: "Wieso? Ich bin doch schon was! Ich bin Artistin!"

"Ich bin doch schon was!" Das Kind antwortet spontan und ehrlich. Es wird deutlich: Der Frager muss von dem Kind erst einmal auf das nächste Level gehoben werden. Er muss erst noch da ankommen, wo das Kind schon längst ist. Aus der Perspektive von Erwachsenen geht es bei Kindern oft darum, was sie werden sollen: Sie sollen reifer und ruhiger werden Sie sollen endlich rauskommen aus dem "anstrengenden" Alter und später bitte einen guten Abschluss machen und die entsprechende Ausbildung. Das hat viel mit der Sorge um das Wohl der Kinder zu tun. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Am wertvollsten sind aber Momente mit Kindern, in denen wir uns darauf einlassen können, dass sie schon längst etwas sind: Persönlichkeiten, die mit ihrer endlosen Neugier und Phantasie ein Bild von der Welt um sich herum gewinnen. Darin wollen sie ihren eigenen Platz einnehmen. "Ich bin doch schon was!" So etwas Ähnliches sagt Jesus zu seinen Eltern. Da ist er 12 und hat gerade drei Tage allein in Jerusalem zugebracht, im Tempel, völlig vertieft in das Gespräch mit den Gelehrten. Seine Eltern haben ihn verzweifelt gesucht und machen ihm nun Vorwürfe. "Wie kannst du uns das antun? Einfach so verschwinden!"

Jesus scheint ähnlich verwundert zu sein wie die junge Artistin. Er fragt: "Wisst ihr gar nicht, was ich bin? Hier im Tempel bin ich zuhause, im Haus Gottes, der mein Vater ist." Zugegeben,  das ist eine Herausforderung für die Eltern. Ist das nicht ihr Sohn und ist er nicht bei ihnen in Nazareth zuhause, in der Werkstatt von Vater Josef? Ich bin mir nicht sicher, ob sie das in dem Moment verstanden haben. Sie werden gemerkt haben, dieses Kind gehört zwar zu uns, aber es gehört nicht ganz und gar uns, sondern sich selbst und Gott.
So ist das mit Kindern. Als Gotteskinder sind sie schon längst etwas, das müssen sie nicht erst werden. Gott legt keinen Schablonen an, auch keinen Lehrplan und kein Entwicklungsziel. In seinen Augen sind sie, was sie sind. Das gilt übrigens uns allen, ein Leben lang – Gott sei Dank!

Autor/in

  • Inge Kuschnerus