Jetzt läuft:

Andrea Zonn Another Side Of Home
  • Als nächstes läuft:

  • Um 03:25 Uhr läuft: Paul Anka Lovecats (The Love Cats)
  • Jetzt läuft:

    Andrea Zonn Another Side Of Home
  • Davor lief:

  • Um> 03:18 Uhr lief: Natasha St. Pier Pardonnez-Moi
  • Um> 03:13 Uhr lief: Hall & Oates Promise Ain't Enough
  • Um> 03:09 Uhr lief: Tierney Sutton Someday My Prince Will Come
  • Um> 03:06 Uhr lief: Jonas Alaska The Moon And The Steeple
  • Um> 03:03 Uhr lief: Masha Honesty
  • Um> 02:55 Uhr lief: Boy & Bear Arrow Flight
  • Um> 02:50 Uhr lief: Robin Holcomb Rockabye
  • Um> 02:46 Uhr lief: Mamas Gun When You Stole The Sun From The Sky
  • Um> 02:42 Uhr lief: The Rolling Stones Anyway You Look At It

Die Nacht

Die Morgenandacht Bausteine und Farben für den Frieden

Morgenandacht

Die Morgenandacht Bausteine und Farben für den Frieden

Die Bahnüberführung in der Rembertistraße war bis vor wenigen Jahren noch ein dunkles Loch, das wenig Anziehungskraft hatte. Pastor Volker Keller erzählt von farbenfrohem Wandel und der Entstehung des Friedenstunnels.

Bild: Radio Bremen

Informationen zum Audio

Jede Stadt hat ihr großes und ihre kleinen Wahrzeichen. In Berlin bestaunt der Tourist zuerst das Brandenburger Tor, dann stößt mancher auf den nahe gelegenen Raum der Stille und verharrt kurz vor dem Wandbild mit einer aufgehenden Sonne. In Frankfurt drängt sich das Finanzzentrum am Willy-Brandt-Platz auf, versteckt liegt die Paulskirche, wo einst das erste, frei gewählte deutsche Parlament tagte. In Bremen steht der historische Marktplatz im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, aber schon bald werden die Stadtführer ihre Gäste zum Friedenstunnel an der Rembertistraße bringen.

Noch vor wenigen Jahren war der Tunnel ein abgasgeschwärztes Gebilde, sah aus wie ein dunkles Loch, neuerdings wird er immer heller und schöner. Das hat mit den Terroranschlägen auf New York im Jahre 2001 zu tun. Die Bremer Künstlerin Regina Heygster konnte nicht fassen, dass den Attentätern Religion als Begründung ihrer Gewalt diente. Als ob der Glaube an Gott, der die kriegerische Menschheit zur Einheit und zum Frieden führen will, erlaubt, dass einer dem Anderen das Lebensrecht abspricht.

Die Bremerin, selbst katholisch, nahm Kontakt zu sechs in Bremen ansässigen Religionsgemeinschaften auf und gewann sie für ein Projekt. Und so wurde die Bahnüberführung an der Rembertistraße von Buddhisten, Hindus, Alewiten, Muslimen, Bahai und Christen in einen Friedenstunnel umgestaltet. Jede Religion soll durch einen Spruch aus ihrer Heiligen Schrift repräsentiert werden; für jede Weltregion entsteht an den Wänden ein Baummosaik – Eiche, Palme und Lotos sind schon fertig. Quer über der Vorderseite des Tunnels steht das Motto der Initiative: "Durch Verständigung zum Verstehen", darunter ist der Bremer Schlüssel mit einer Friedenstaube gemalt.

Oben rollen die Schnellzüge, die aus dem Bahnhof kommen. Dort herrscht die moderne Hochleistungs- und High-Tech-Gesellschaft mit ihrem Bedürfnis nach Mobilität, Zeitersparnis, Effektivität und Profit, der homo oeconomicus, der wirtschaftlich denkende Mensch, lebt sich aus. Unten gestaltet der homo ludens, der spielende Mensch, mit Bausteinen und Farben seine Vision der Zukunft. Weltfrieden gibt es tatsächlich nicht in der Realität – bislang nur im Spiel. Und einen Friedenstunnel gibt es bislang nur einmal auf der Welt. In Bremen.

Autor/Autorin

  • Volker Keller