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Die Morgenandacht Stille im Trubel

Die Morgenandacht Stille im Trubel

Gemeindereferentin Dorothee Michels-Uroić erinnert an die heilige Birgitta von Schweden. Der Lebenslauf dieser Frau zeigt: Gott lässt sich überall finden.

Audio vom 23. Juli 2021
Morgenandacht
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Informationen zum Audio

Heute feiert die katholische Kirche eine Frau, deren Kurzbeschreibung mich erst einmal irritiert hat: die heilige Birgitta, geboren bei Uppsala in Schweden im Jahr 1303, Ordensgründerin und Mutter von acht Kindern. Verheiratete Männer oder Frauen und Mütter sind im Heiligenkalender in der der Minderheit. Und dann noch Ordensfrau? Wie passt das zusammen? Birgitta war eine kluge Frau aus wohlhabendem Haus, bekam eine gute Bildung, was für Frauen eben nicht selbstverständlich war, und heiratete – für unsere Begriffe unglaublich jung – mit 14 Jahren. Ihre Ehe scheint glücklich gewesen zu sein, auch das keine Selbstverständlichkeit. Mit ihrem Mann unternahm sie viele Reisen, auch Pilgerreisen, der Glaube verband beide. Ihr Mann hatte eine hohe gesellschaftliche Position, beide führten ein privilegiertes Leben.

Aber das scheint Birgitta nicht behagt zu haben. Auf den Reisen sah sie viel Not und wollte helfen. Sie kümmerte sich in ihren Häusern um kranke Reisende und vorbeiziehende Pilger. Ihren eigenen Lebensstandard schränkte sie stark ein. Kraft dafür bekam sie im Gebet. Nach dem Tod ihres Ehemanns zog Birgitta in ein Kloster; sie schrieb auf, was ihr im Gebet wichtig geworden war. Ihre Visionen kritisierten den prunkvollen Lebensstil der Oberschicht und der Bischöfe. Mit denen diskutierte und stritt sie sehr engagiert.

Dass ihre Gemeinschaft als Orden offiziell anerkannt wurde, hat Birgitta nicht mehr erlebt, sie starb 1373. Faszinierend finde ich die Balance zwischen dem glanzvollen gesellschaftlichen Leben der Birgitta und ihrer zurückgezogenen, spirituellen Seite. Birgitta hat es geschafft, das miteinander in Einklang zu bringen.

Im Bremer Schnoorviertel lebt diese Balance von Trubel und Stille weiter. Das kleine Birgittenkloster steht seit fast 20 Jahren dort. Wer mitten auf einer der beliebtesten Straßen Bremens zwischen Touristen und Einheimischen zweimal um die Ecke biegt, kann in der Kolpingstraße eine Oase der Stille finden. Zum Leben der Ordensschwestern gehört das regelmäßige Gebet genauso wie das Kümmern um die Gäste in ihrem Haus: Tagesgäste oder auswärtige Reisende werden herzlich empfangen und bewirtet. Ihr Wirken heute geht – wenn auch nach einigen Veränderungen im Orden – auf diese Heilige zurück. Ihr Lebenslauf sagt mir, dass Gott sich überall finden lässt: im Kontakt mit der "High Society" und im Kümmern mit denen am sogenannten "Rand der Gesellschaft". Das ist eine theologische Binsenweisheit, aber bei Birgitta bekommt sie Hand und Fuß.

Autor/in

  • Dorothee Michels-Uroić