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Die Nacht

Die Morgenandacht Über das Richten

Die Morgenandacht Über das Richten

Elisabeth Hunold-Lagies weist darauf hin, dass in Texten der Bibel ausdrücklich vor dem Richten und Verurteilen anderer gewarnt wird. Denn kein Mensch ist frei von Fehlern.

Audio vom 2. Juli 2021
Morgenandacht
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Informationen zum Audio

In dieser Woche geht es in der Morgenandacht um die Begriffe aufstehen und aufrichten. Im Wort "aufrichten", das uns nun schon ein paar Mal begegnet ist, steckt das Wort "richten". Zu richten ist Aufgabe der Justiz. In demokratischen Staaten ist sie eine eigene selbständige Kraft, die unabhängig entscheidet und korrigierend in politische Prozesse eingreifen kann. Über etwas zu richten ist also nicht allen erlaubt und an klare Regeln und Bedingungen geknüpft. Zumindest offiziell. Im täglichen Leben gibt es viele Richterinnen und Richter, Menschen die sich das Recht herausnehmen, über andere zu urteilen, ihr Handeln zu bewerten und sie innerlich abzustempeln und zu verurteilen.

In biblischen Texten, zum Beispiel in der Bergpredigt, wird ausdrücklich vor dem Richten gewarnt. Hüte dich davor, andere zu richten und zu verurteilen, denn du selbst bist nicht frei von Fehlern – so lautet die klare Ansage. Das Recht zu richten steht Gott zu. Bei den verschiedenen Gottesnamen hat der "Richter" einen festen Platz, und oft genug hat dieses Bild Angst eingeflößt. Aber worum geht es beim Richten? "Richten" zieht zwar häufig eine Strafe nach sich, aber die Strafe ist nicht der Hauptzweck oder Selbstzweck des Richtens. Der Hauptzweck ist doch die Beurteilung eines Tathergangs oder Zustands mit dem Ziel, größtmögliche Gerechtigkeit herzustellen. Das Wort "richten" kann auch verstanden werden als "zurechtrücken", "neu ausrichten". Dann verliert es seinen furchteinflößenden Klang und dann gibt es auch keine Veranlassung, so eindringlich vor dem Richten zu warnen.

Der Karmelitenpater Reinhard Körner hat in seinem Buch "Hoffnung, die mich erfüllt" über das Glaubensbekenntnis den Satz "Von dort wirst du kommen zu richten die Lebenden und die Toten" meditiert. "…du wirst kommen…um geradezurichten – nicht hinzurichten … wie konnten wir dich nur so missverstehen?! … um aufzurichten Opfer und Täter zu Würde, Freiheit und aufrechtem Gang, um ‚Himmel und Erde‘ in die Richtung auszurichten, die ihr, dein Vater und du, der Schöpfung gegeben habt."

Ein solches Richten brauchen wir nicht zu fürchten – im Gegenteil.

Autor/in

  • Elisabeth Hunold-Lagies