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Die Morgenandacht Zurück ins Leben

Die Morgenandacht Zurück ins Leben

Geht es nun "zurück in die Normalität", weil der coronabedingte Ausnahmezustand vorbei ist? Die Formulierung "zurück ins Leben" gefällt Elisabeth Hunold-Lagies besser.

Audio vom 28. Juni 2021
Morgenandacht
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Informationen zum Audio

Seit einiger Zeit sind endlich wieder Treffen mit Freunden möglich, ein Besuch im Restaurant, im Museum. Endlich geht es wieder zurück ins Leben, oder, wie oft formuliert wird, "zurück in die Normalität". Ich kann die Freude darüber verstehen und teile sie auch. Ich weiß, was alles mitschwingt an Erwartungen, wenn jemand sagt: "zurück in die Normalität". Das Gegenteil – der Ausnahmezustand – hat lange genug gedauert.

Und doch sträubt sich in mir manches dagegen, bei diesem Wort "Normalität" in Euphorie zu verfallen. Was ist denn Normalität? Für viele Menschen sicher auch Alltagstrott, übervolle Terminkalender, Routine, Leistungsdruck. Für viele Menschen wohl auch ein Sich-wiegen in Sicherheit: Mir kann nichts passieren, natürlich kann ich meinen Urlaub so buchen, wie ich möchte, und große Events plane ich am besten ganz lange im Voraus. Im Wort "Normalität" ist auch das Wort „Norm“ enthalten. Eine Norm beschreibt, was allgemein anerkannt ist, wie etwas zu sein hat: nicht zu groß und nicht zu klein, nicht zu laut und nicht zu leise. Was, wenn diese Norm nicht zu meinen Lebensentwürfen passt?              

Die Formulierung "zurück ins Leben" gefällt mit besser. Gestern ging es in der Morgenandacht um den Satz "Mädchen, ich sage dir, steh auf", den Jesus einem für tot gehaltenen Mädchen sagt. Dieses Mädchen steht auf und geht umher – zurück ins Leben. Zurück in neue Möglichkeiten, im besten Fall im aufrechten Gang, selbstbewusst den eigenen Weg auswählend. Das Mädchen wird sicher glücklich sein und die sich bietenden Möglichkeiten neu zu schätzen wissen.

So eine Haltung wünsche ich mir auch für den Weg zurück aus der Pandemie. Wir haben in den vergangenen anderthalb Jahren mühsam lernen müssen: Es ist alles andere als selbstverständlich, unbefangen Menschen zu begegnen, beliebige Orte aufzusuchen. Wenn nun vieles wieder möglich ist, möchte ich nicht in einen Automatismus verfallen. Ich möchte bewusste Schritte gehen, ich möchte mir einen Überblick verschaffen und meine Vorhaben sortieren. Was ist jetzt wirklich wichtig und was kann warten? Habe ich in den letzten Monaten etwas gelernt, das ich nun nutzen kann, das ich, auch wenn es neu ist, in meinen Alltag, meine "Normalität" mitnehmen kann? Zurück in die Normalität, ins Leben, oder einen weiteren Schritt zu dem, was Jesus als "Leben in Fülle"“ verheißt.

Autor/in

  • Elisabeth Hunold-Lagies.