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Die Nacht

Die Morgenandacht Wo bist Du, Gott, gewesen?

Frank Mühring

Die Morgenandacht Wo bist Du, Gott, gewesen?

Heute ist der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Pastor Frank Mühring erinnert mit den Zeilen eines besonderen Liedes an eine erschütternde Zeit, die nicht vergessen werden darf.

Bild: Bremische Evanglische Kirche

Informationen zum Audio

"Wo bist du, Gott, gewesen in jener schlimmen Zeit?
Als ohne Federlesen den Juden blühte Leid,
als Gotteshäuser brannten, der Mord kein Ende fand,
und selbst die „Christ“ sich nannten erhoben ihre Hand."   

(Eugen Eckert In: Aus Hohes und Tiefes, Nr. 245)    

Es gibt Kirchenlieder, die eignen sich eher zum Nachdenken und Nachsinnen und weniger zum lauten Mitsingen. Das Lied „Wo bist du Gott, gewesen“ von Eugen Eckert ist so eins. Ein Klagelied eines Einzelnen. Es erinnert an die Zeit der Judenverfolgung. Bohrende Fragen werden gestellt: Warum haben die Menschen damals nicht den Mund aufgemacht? Wo warst du Gott? Hast du auch geschwiegen, als die Synagogen brannten, die zersplitterten Glasscheiben der jüdischen Geschäfte unübersehbar waren?  

Heute, am 27. Januar, ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Gedenktage sind „Stolpersteine“. Sie helfen unserem Gedächtnis auf, führen wieder vor Augen, was damals passiert ist. Am 27. Januar 1945 hatte die Rote Armee das Lager Ausschwitz befreit. Jener Tag markiert symbolisch das Ende der Schoa. Zwar sind auch danach viele Jüdinnen und Juden und andere Verfolgte des Naziregimes ermordet worden. Hunger, Krankheiten, Mord und Totschlag hörten mit jenem eiskalten Tag im Januar nicht einfach auf. Aber der Anfang vom Ende war gemacht. Heute steht der 27. Januar für die Befreiung von der Gewalt des Faschismus. Kein „normaler“ Tag im Kalender also. Sondern ein Tag, der unbequeme Fragen an uns und auch an Gott stellt.

"Wo warst du Gott der Liebe, als Hass die Welt zerschlug,
als dein Volk all die Hiebe der Schinder still ertrug.
Als Menschen Menschen jagten, als Nacht war – Tag und Nacht?
Wo warst du als sie klagten, du Gott, mit deiner Macht?“    

Ein Lied, das an die dunkle Zeit in Deutschland erinnert. An jene, deren Stimme zum Schweigen gebracht wurde. Denen Gott zum Fragezeichen wurde durch das Leid, das man ihnen antat. Klagelieder bleiben niemals bei der Klage stehen. In der letzten Strophe wird der Versuch einer Antwort unternommen, wo Gott gewesen sein könnte:

"Und doch bleibt eine Ahnung:
Vielleicht warst du dabei.
Als des Gewissens Mahnung..."

Gott kann die leise Stimme deines Gewissens sein. Eine Stimme, die wachrüttelt. Die  mit einer ganz eigenen Melodie dir im Ohr liegt: Nie wieder. Nieder wieder solche Unmenschlichkeit unter uns! Wenn ihr heute seht, dass Menschen Unrecht getan wird: Sagt nein!

Autor/Autorin

  • Frank Mühring