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Der Sonntagnachmittag mit Wolfgang Rumpf

Die Morgenandacht Mind your step

Morgenandacht

Die Morgenandacht Mind your step

Es gibt einen besonderen Moment, in dem man gut auf seine Schritte aufpassen muss: Wenn man vom schnellen ins langsame Tempo umschaltet. "Mind your step" – Pass‘ auf Deine Schritte auf. Ein Plädoyer für kluge Übergangszeiten.

Bild: Radio Bremen

Informationen zum Audio

Tempo! Tempo!Für viele Menschen ist das der Alltag. Es soll schnell gehen. Schon beim Frühstück wird der Kaffee in Eile getrunken. Und so geht es so weiter bis zum Abend. Tempo! Tempo! – dafür haben wir moderne Verkehrsmittel. Wir nutzen das Internet oder  Smartphones. Beschleunigung fühlt sich meistens gut an. Schön, wenn alles läuft.

Auf großen Flughäfen gibt es diese langen Laufbänder. Die sind sehr praktisch. Sie schieben dich durch das Gerenne der Reisenden. Sie beschleunigen deine Schritte. Das fühlt sich großartig an. Wenn das Band zu Ende ist, heißt es allerdings aufpassen! Du  kehrst wieder auf den Boden Wirklichkeit zurück. Die ist dann plötzlich viel langsamer und auch anstrengender. Da kann man leicht ins Stolpern geraten und sogar hinfallen. Auf Flughäfen sagt eine Stimme auf magische Weise immer im richtigen Moment: "Mind your steps!" – "Pass auf deine Schritte auf!"

Ich saß neulich etwa zwei Stunden neben so einem Menschentransportband. Die ganze Zeit begleitete mich dieser Rhythmus. „Mind your steps! –  Mind your steps!“ Die Worte wurden so etwas wie ein Mantra. Sie drangen ein in meinen Halbschlaf. Sie wurden zur Hintergrundmusik zu meinem Warten. Das Flughafenmantra hat meine Gedanken ins Fließen gebracht.

Wir halten Schnelllebigkeit für ein modernes Problem. Wir treiben es damit ja auch wirklich auf die Spitze. Aber die Menschen waren offenbar schon vor tausenden von Jahren ungeduldig. Die Bibel ist voll von Lebensweisheiten, die zur Langsamkeit und Besonnenheit mahnen. „Mind your steps“. Das steht schon in der Bibel. Es gibt Augenblicke, die uns verlangsamen, ganze Tage, die sich mühsam und schwerfällig anfühlen. An denen nichts so läuft wie sonst. Solche Tage brauchen viel Geduld. Du musst umschalten. Du lebst nicht auf einem Laufband. In einer Umgebung, in der alles auf Tempo ausgerichtet ist, braucht es Mut, Dinge langsam zu tun, ihnen Zeit zu geben.

Ich glaube, das gilt auch für unsere Beziehungen, in Familien und dort, wo Menschen zusammen arbeiten. Da läuft nicht immer alles glatt und reibungslos. Nach dem Flow kommt wieder der feste Boden und du musst aus eigener Kraft gehen. Zum Beispiel wenn wichtige Veränderungen anstehen, in Übergängen und Abschieden. Dann bräuchten wir jemanden, der uns sagt: Mind your steps! Pass auf dich auf!

Im Kolosserbrief im Neuen Testament betet jemand für eine Gemeinschaft: „Möge Gott euch stärken durch seine herrliche Macht zu aller Geduld und Langmut.“ An dieser Stelle wird noch um viele andere Dinge gebetet. Zum Beispiel um Weisheit und Erkenntnis und um gute Frucht, also um gute Ergebnisse der Arbeit. Aber das wichtigste wird ja oft zum Schluss gesagt und das ist in diesem Falle Langmut und Geduld.

Wer immer diesen Brief geschrieben hat: er weiß, was uns am schwersten fällt und was zugleich am wichtigsten ist in unserem Zusammenleben. Er weiß auch, wer das geben kann: Gott in seiner herrlichen Macht. Herrlich ist Gott, weil er selbst geduldig und langmütig ist. Weil er uns Menschen Zeit und Raum gibt, immer wieder. Auch heute.

Autor/Autorin

  • Inge Kuschnerus