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Gesprächszeit mit Hendrik Plaß

Die Morgenandacht Himmelfahrt

Morgenandacht

Die Morgenandacht Himmelfahrt

Ein Bild von Rembrandt inspiriert Ines Bauschke zu Gedanken über die Himmelfahrt Jesu. Ein Bild, das zeigt, dass der auferstandene Jesus ein ganz anderer geworden ist und seine Nachfolger/-innen bald verlassen muss.

Bild: Radio Bremen

Informationen zum Audio

In der Alten Pinakothek in München hängt ein Bild des auferstandenen Jesus, das mich sehr berührt hat: ein Meisterwerk von Rembrandt: Der Blick Jesu ist in sich gekehrt, es ist ein eher stilles Porträt - umso bemerkenswerter, als andere Auferstehungsbildnisse deutlich triumphaler daherkommen: In ihnen wird der Sieg des Lebens über den Tod gefeiert – davon spürt man in Rembrandts Bild nichts. Auf dessen Gemälde wirkt Jesus, als sei er eben erst aufgewacht, als spüre er noch der Vergangenheit nach, aus der er gerade zurückgekehrt ist: vom Totenreich ins Leben zurück. Was für leidvolle Erfahrungen hat Jesus hinter sich: sein qualvolles Sterben am Kreuz, dieser Schmerz, diese unendliche Einsamkeit in seiner Todesstunde.

Und jetzt: wieder da, zurück auf der Erde, unter den Lebenden – lassen sich die Todeserfahrungen so einfach vergessen? Offenbar nicht, das spüre ich an diesem Bild Rembrandts. Und doch: Es ist vorbei. Aber die Erleichterung darüber, sie vermittelt sich auf sehr zarte Weise. Der auferstandene Jesus lebte noch einige Wochen auf der Erde. Er zeigte sich seiner vertrauten Freundin Maria, aß zusammen mit seinem Jüngerkreis, ließ sich vom ungläubigen Thomas an seinen Wunden berühren, ging unerkannt ein Stück des Weges mit zwei Jüngern aus dem Ort Emmaus – und verschwand vor ihnen, als diese ihn wiedererkannten. In dieser Zeit war er den Seinen einerseits körperlich erfahrbar, andererseits entzog er sich ihnen auch immer wieder.

Eine Zwischenzeit war das, und das Ende dieser Zwischenzeit feiern wir heute. Himmelfahrt. Der Tag, an dem Jesus von der Erde verschwand. Eine Wolke nahm ihn auf und weg von ihren Augen, heißt es in der Bibel. Und den Jüngern, die ihm nachsahen, erschienen zwei Engel, die fragten: Was steht ihr hier und seht in den Himmel? So wie ihr ihn habt in den Himmel fahren sehen, wird er einst wiederkommen. (Apostelgeschichte 1,9-11) Eine geheimnisvolle Geschichte. Wiedergekommen ist Jesus bislang nicht. Zu Pfingsten hat Gott seinen Heiligen Geist geschickt, den Jüngerkreis mit neuem Feuer erfüllt, und dann begann die Geschichte der Kirche. mit all ihren Irrungen und Wirrungen, der langen Machtgeschichte, den Richtungskämpfen, der Reformation – bis heute.

Worauf sich diese Kirche gründet, bleibt Geheimnis und Verheißung. Und vor allem: eine starke, berührende Erzählung, die Geschichte von Jesus. Ich halte diese Erzählung für so stark, dass sie alle Krisen der Kirche überdauern wird. Auch die aktuelle, den Niedergang der Mitgliedszahlen, die schwindende Bedeutung der Kirche, die schrecklichen Missbrauchsverbrechen: All das mag die Kirche schwächen, nicht aber die biblische Botschaft von Jesus, der auferstanden und in den Himmel gefahren ist. In diesem fernen Himmel ist etwas bewahrt, das Hoffnung heißt. Und diese Hoffnung mag so zart sein wie das Bild, das Rembrandt vom auferstandenen Jesus geschaffen hat. So zart und doch so voller Kraft.

Autor/Autorin

  • Ines Bauschke