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Die Nacht

Die Morgenandacht Wein

Die Morgenandacht Wein

Im Wein liegt Wahrheit, sagt ein altes Sprichwort. Pastorin Ines Bauschke entdeckt dort aber noch viel mehr: Schöne und dunkle Seiten eines besonderen Getränks.

Audio vom 7. Oktober 2021
Wolkenhimmel, dahinter Lichtstrahl
Bild: Pixabay
Bild: Pixabay

Informationen zum Audio

Manche Lebensmittel haben eine helle und eine dunkle Seite. Sie sind nahrhaft und gut - und gleichzeitig können sie schaden. Zum Beispiel der Wein. Lebensmittel oder Suchtmittel? Ich trinke gerne Wein, aber ich weiß auch, wie es ist, morgens mit einem Kater aufzuwachen – nach ein paar Gläsern zuviel. Wie so oft, kommt es auf das richtige Maß an, auf Mäßigung. Nach altkirchlicher Lehre zählt die Mäßigung als eine Kardinaltugend zum kirchlichen Kanon der sieben Tugenden.

Biblische Texte äußern sich sehr unterschiedlich zum Thema Weingenuss. Die Sprüche Salomos im Alten Testament mahnen: Siehe den Wein nicht an, dass er so rot ist und im Glase so schön steht. Er geht glatt ein; aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter (Sprüche 23,32f). Ganz anders im 104. Psalm, dem großen Loblied auf Gottes Schöpfung: Der Wein erfreue des Menschen Herz, heißt es da. (Ps. 140,15a) Ja, der Wein kann und darf des Menschen Herz erfreuen. Die Weinernte wird beim Propheten Jesaja gar als ein Fest angesehen (Jesaja 16,10). Auch Jesus trank gern Wein, er wurde sogar als ein Fresser und Weinsäufer beschimpft (Mt. 11,19).

Doch auch damit setzte er ein Zeichen: Er setzte sich mit den Leuten an einen Tisch, aß und trank und feierte mit ihnen, verwandelte auf einer Hochzeit gar Wasser in Wein. Auch von zwielichtigen Gestalten wie einem unbeliebten Zöllner ließ er sich einladen. Bodenständig, volksnah, zugewandt, so war Jesus, und so trank er Wein mit den Leuten.

Gleichzeitig ist der Wein ein wichtiger Bestandteil seines persönlichen Vermächtnisses, wie er es im letzten Passahmahl mit seinen Jüngern und Jüngerinnen hinterlassen hat. Bei diesem letzten Mahl nahm Jesus den Kelch, dankte und reichte ihn herum: Solches tut zu meinem Gedächtnis. Seitdem ist der Genuss von Wein im Erinnerungsmahl an Jesus gewissermaßen religiös aufgeladen. Wer im Abendmahl davon trinkt, wird mit Jesus in Gemeinschaft verbunden, erlebt seine Gegenwart, hat teil an seiner umfassenden Vergebung, kann sich angenommen, verbunden und geliebt fühlen. Als lösten sich die Grenzen zwischen Himmel und Erde auf. Wird das intensiv erlebt, kann das ein Erlebnis sein, das dem Rausch nahekommt. Ein faszinierendes Getränk ist der Wein – eine kostbare Gottesgabe.
Ihn in Maßen zu genießen, ist sinnvoll und sollte erlernt werden. Dass Alkoholmissbrauch Sucht erzeugt und krank machen kann, ist bekannt. Das ist die dunkle Seite des Weins. Zur hellen Seite des Weins zählt die gemeinsam erlebte Lebensfreude, auf einem Fest, in Gemeinschaft. Es gibt kein Schwarz-Weiß, auch beim Wein nicht. Die Balance zu finden, sich dabei freuen und genießen können, das ist ein sinnvolles Ziel.

Autorinnen und Autoren

  • Ines Bauschke