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Der Morgen mit Tom Grote

Die Morgenandacht Freiraum

Wolkenhimmel, dahinter Lichtstrahl

Die Morgenandacht Freiraum

Meditatives Rasenmähen. Das praktiziert Pastorin Wibke Winkler gerne am Samstag Nachmittag. Wenn es in ihrem Garten rattert und nach Benzin stinkt, hat sie die besten Ideen.

Bild: Pixabay

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Samstagnachmittag. Im Garten rattert und knattert es. Der Geruch von Benzin und frisch gemähtem Rasen liegt in der Luft. Bahn um Bahn schiebe ich den Rasenmäher vor mir her. Ich mache das ausgesprochen gerne: Rasen mähen. Auf den ersten Blick ist es laut und es stinkt. Außerdem ist Rasen mähen eigentlich ziemlich langweilig und richtig fertig wird man damit auch nur kurzfristig: Kaum ist der Rasen gemäht, ist er auch schon wieder gewachsen. Man könnte es für einen lauten und langweiligen Kampf gegen Windmühlen halten.

Aber ich mache das ausgesprochen gerne. Denn beim Rasenmähen komme ich zur Ruhe. Obwohl es so laut ist. Oder vielleicht gerade deswegen. Ich kann nämlich nichts nebenbei machen: Es ist zu laut zum Telefonieren und wenn mich jemand ruft, höre ich es gar nicht erst. Das eröffnet mir einen Freiraum. Mit beiden Händen schiebe ich den Rasenmäher bei gleichbleibendem Tempo über den Rasen. Schritt für Schritt. Bahn für Bahn. Es hat fast ein bisschen etwas Meditatives. Schritt für Schritt. Bahn für Bahn. Ganz nebenbei und fast wie von selbst klaren sich dabei meine Gedanken auf. Ohne dass ich mir eine bestimmte Frage zum Denken mitnehme, hat sich hinterher für mich meist etwas geklärt. Es ist mir eine Idee gekommen oder etwas, woran ich schon länger rumbrüte, hat sich gedanklich gelockert.

Ich glaube, das passiert nur, wenn ich die Gedanken einfach so laufen lasse. Denn ich habe schon einmal versucht, mir diesen Effekt bewusst zunutze zu machen. Da hatte ich mir vorgenommen, beim Rasenmähen über ein bestimmtes Problem nachzudenken. Wäre doch praktisch, wenn ich da ja eh meine Bahnen ziehe, dachte ich. Aber es hat nicht funktioniert. Ich kam immer wieder von meinem Problem ab. Andere Gedanken haben sich davorgeschoben. Mit jedem Schritt und jeder Bahn. Ich konnte es nicht erzwingen, welche Gedanken sich beim Rasenmähen ordnen. Erst habe ich mich darüber geärgert, aber dann war ich doch ganz froh. Ich brauche nämlich diese Tätigkeiten, bei denen ich nichts nebenbei machen kann. Gerade darin eröffnet sich Neues. Im Freiraum. An manch einem Samstagnachmittag riecht der Freiraum nach Benzin und frisch gemähtem Rasen.

Autor/Autorin

  • Wibke Winkler